486 Vebertreibung. =- Umlaut. -- Unactſamfeit.
und Uare Vorſtellung erhalten ſollen, denn die erhißte Einbildungskraſt geht
gewöhnlich über die Nichtſ tens: es iſt durchaus nothwendig, ſich in ver Erziehung und beim Unter: |
richte einer gewählten Sprache zu befleißen, weil man ſonſt Ausdrück
gebraucht, welche etwas weit Höheres oder Tieſeres bezeichnen, als bezeich:
net werden ſollie ; namentlich darf mit gewiſſen Cigenſchafts8wörtern und|
deren Steigerung bkonomiſcher verfahren werden, als es meiſten3 geſchieht i.
Fünſten3: die Affekte und Temperamente ſpielen bei den Ueber: |
treibungen eine große Nolle , und es legt ſich daher von ſelbſt nahe, daßt
man ihrem Cinjflujſſe da entgegentreten muß, wo er ſich ink
Interejje der Uebertreibung geltend machen wil. Sechſten38: alle dieſe
Jiegeln hat ver Erzieher nicht nur ſelbſt zu beobachten, fondern auch voy
jeinen Zöglingen beobachten zu laſſen, unter denen ſich nicht ſelten eine
findet , welcher gerne übertreibt, zumal dann, wenn es ſich um Angebereien
handelt. Will ein Kind in ſeinen Ausſagen oder Erzählungen Über das
Maß der Wirklichkeit hinau8gehen und ſich freie Zuſäße erlauben, ſo muß
es, welchen Grund dabei es gehabt haben mag, in die gehörigen Schranken
ernjt gewieſen werden. Bei ſeinen ſchriftlichen Arbeiten iſt darauf zu ſehen,
daß alle eine Uebertreibung enthaltenden Ausdrüce corrigirt werden, und
daß das Kind begreiſen lernt, wel zwiſchen der Wirklichkeit und Wahrheit herrſche.
Hebung der Andacht , 1. Andacht, Gottesdienſt und Kinderſeelſorge.
Uebung der Erinnernngsfraft, 1. d. A. Erinnerungen, Gedächtnißübungen,
Mnemonik.
Hebung des Verſtandes , 1. d. A, Verſtand und VerſtanveSübungen,.
Umgang mit Gott, 1. Gebet,
Hmlaunt, Die Vocale a, o, un in- ver Wurzel können getrübt, ihres
- reinen Tones beraubt werden durch ein i (e) der nachfolgenden Flexion8:
vder Ableitungsſyibe. Man ſuchte den Lant des Wurzelvocals dem Flexions:
und Ableitungsvoc«l möglichſt anzunähern und bezeichnete dieſen neuen
Laut durch ä, (e), ü, ü. Der Umlaut iſt der gothiſchen Sprache noch fremd,
zeigt fich zuerſt (7. Jahrs.) an den kurzen Vocalen a, u, ſpäter (12. Jahrh.)
auch an den langen ä, ü und noch ſpäter (13. Jahrh.) an 0 und 0. Zn
der mittelhohdenijen Sprache (13.--14, Jahrh.) lautet das kurze a in e,
vas lange in ae mia, darum iſt Stengel von Stange ſo gut Umlaut
wie gnädig von Gnade. In ver eigentlichen Flexion, in der Ableitung
und Steigerung ſchreiben wir heute fär den Umlaut des kurzen wie langen
a regelmäßig ü oder ü, z. B. Väter, Aepfel, Näthe, gäbe, mäch:
lig, ärger (mitielhoc Imwanken ä und e, 3. B. fällen, tränken von fallen, trinken neben
I Schellen, Senken),
Unachtjfamteit, Die Unachtſamkeit iſt nicht ſtreng als Gegenſatz zur
Auſmerkjamkeit oder als identiſch mit Flatterhaftigkeit aufzufaſſen ; venn ſie
ijt nicht wie die Unaufmerkjamkeit ein bloßes Abziehen der Gedanken von
ven Gegenſtänden, worauf ſie gerichtet ſein ſollten, um ſie mit dem Ver-|
ſtande aufzunehmen und im Gedächtniſſe zu behalten ; ebenſo wenig iſt ſik
RERE made 2

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