Zorn. == Zucht in der Schule. | 667
nes gegeben, indem er den Verſucher von ſi< und die Käufer und Ber-
fäufer aus vem Tempel trieb. Der Zorn, welcher leicht und ſchnell er-
regt wird, äber ebenſo ſ jah, jagen). Verhaltener umd andauernder Zorn wird Groll genannt. =-
Die apoſtoliſ( der Zorn des Menſchen thut nicht, was vor Gott gerecht iſt“ (Jak. 1, 19. 20.),
muß für den Erzieher in zwiefacher Hinſicht ein heilig Mandat ſein. „Er
wird beſonders bei Zornmüthigkeit zu bekämpfen. Wan kann dies dadur< , daß man dem
Zornigen mit den Worten des heil. Auguſtin zurüufl: „Laſſet uns den Zorn
fliehen, der die Vernunft verfinſteri, das Gefühl ver Billigfeit erſtickt, der
Gerechtigkeit Hohn ſpriht, den Frieden der Secle zerſtört, vas Band der
Freundſchaft zerreißt, die Weisheit in Thorheit verwandelt und in unſerm
Innerſten Sturm erzeugt.“ No< wirkſamer begegnet man. dem Zorn mit
Geiſt und Weſen des Chriſtenthums ſo zahlreich und ſprechend vorfinden.
Man kann dem zum Zorne geneigten Zöglinge aud dein Rath geben, wel-
ten: „Wenn du zornig biſt, 19 rede und thue nichis, du habeſt denn zuvor
die vierundzwanzig Buchſtaben des Alphabets hergefagt, vamit unterdeſſen
der Zorn ſich eiwas lege und die Vermumit Zeit habe, ein und vas An:
dere zu Überlegen,“ Statt das Alphabet herzuſagen, kann der Chriſt ein
Vater unſer beten. Ein weiterer Rath iſt dieſer, vaß man für den Zorn
feine Entſchuldigung fucht; denn „wer ſeinen Zorn entſhuldigen will,“
jagt der heil. Ambroſius, „fällt bald in ſ ten vorfonmender Fehler iſt ver, daß mau ven Zorn des Zöglings
durd den eigenen Zorn bannen will, eine Verfehrtheit, worüber wir
nichts weiter zu jagen brauchen, da ſie ſich ſelbſt vi zieher ſehr amw's Herz geleat werven muß, iſt vas Beſireben , vie Affecte
ves Zöglings unter die Bernunft und unter die Herrſchaft 5es Chrijien-
ihums zu fiellen und dafür zu ſorgen, daß ihnen überall edle und keine
gemeinen Triebfedern zu Grunde liegen. Sobaly vie Aſiecte gewöhnt ſinv,
ſich im Kreiſe des Leidenſchaften ſich ſteigern ; dies gilt aue) vom Zorne. Von der ihlinm-
ſten Wirkung iſt es, wenn man die Straſen , die man vollziehen muß, int
Zorne vollzieht, weil ſie vann dem Geſtrafien weder als gerecht, noc< als
Beweiſe der Liebe erſ eme Schwächung der bisherigen Zuneigung gegen den Crzieher in dem
Herzen des Zöglings bewirken. Jm Strafen iſt nur ein gerechter Zorn
zuläſſig. Dieſe Art des Zornes (vas heilige Zürnen) darf man nicht ex-
jtiden, indem man gegen ven ungerechten Zorn vpyerirt ; main. ſoll vielmehr
den Zögling dahin bringen, daß er für vas Guls, Schöne unv Wahre
eifert, Gutrüſtung und Unwillen gegen Lüge und Sünde offenbart.
Zucht in der Schule. Die Aufgahe der Schule beſteht hekanntlich nicht
bloß darin, ein gewiſſes Maß von Kenntniſſen unv Fertigkeiten, vie für
das practiſche Lehen unentbehrlich) geworden ſind, beizuhringen , jonvertnt
überhaupt zu erziehen. Die intellectnelle Bildung iſt alfo nur ein Theil
des Ganzen, das erreicht worden ſoll, und nicht einmal jener , in dem ſich
die Hauptſache concentrirt. Gr könnte vieſes nur in nicht - überhaupt confeſſionslofen Schulen fein, und wiry9 es auch da werden, wö
es dem modernen Geiſt gelingen wird, ſie von ver Herrſchaft ver Bekennt-
nijje (in ſeinem Sinne) zu reinigen. Jevor Schule aber , die Eigenthun
einer Confeſjion iſt, kommt die Cigenſchaſt zu , Pflanzſ

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