* Zucht in der Schule, 669
der Schule mit der Kirche principiel unaufgeblic dürfte ihm die Kir könnte er nicht anders denten, alis der urjprüngliche Zweck feines Berufes,
Chriſtenmenſchen zu erziehen, jei verrückt worden , und ex habe ſich felber
yorerſt um- nnd anders fortzubilden , um nicht als perſönlicher und leib-
hafter Widerſpruch in jeiner Schule zn ſtehen, vie nun ihre jungen Zög-
linge in eine ganz andere, als in die Zucht unſeres Herrn Jeſu Chriſti
zu nehmen häite. Wo aber die Aufgabe des Lehrers fortwährend vie ſein
wird , Menjhen von practiſchem Chriſtenthume zu erziehen, da wird er
zuvorderſt in ver forgſältigen, zur Praxis anleitenden Pflege des Reli-
gionSunterricht8, in der Angewöhnung zum düſfentlihen Gottesdienſte, zur ;
fruchtbaren Benüßung deſſelben und zum rechtartigen Gebrauche aller Cul-
iusmittel (der heiligen Sacramente, de8 Gebetes u. |. w.) weitere, 1Un-
mittelbar dem pädagogiſchen Ziel zuſtrebende Momente und in jedem
anvern Lehrgegenſtand wenigſtens ein ſolches erbliken, das leicht dafür
benüßt werden kann und es auch jol. Aber all' dieſes begleite ſtet3 das
zterjt genannte, nämlich das vorbildliche Moment, weil der Lehrer in allen
Disciplinen und Anleitungen, namentlich in den ſpecifiſch religibſen nicht
nur lehrt, jondern ſelber mitthut, 3. B. ſich ſelber religis8 darſtellt,
wenn er ReligionsSunterricht ertheilt, mitbetet, wenn er zum Gebet anleitet,
andächtig iſt, wo er zur Andacht führt u. [. f. Darum iſt die muſiergil-
tige Geſinnung und das muſtergiltige Thun des Lehrer3 das einflußreichſte
Zuchtmittel im Erziehungswerke. Auch über ihm ſc Worte: „Laſſet euer Licht leuchten“ 2c. und „Jhr ſeid das Salz der
(ßxde“ 206. Darum iſt auc< umgekehrt ein am confeſſionellen Glauben und
an Sitte hankerott gewordener Lehrer, wenn er ans) die tüchtiaſte Unter-
vichtskrajt wäre, jelber der Nuin allex Zucht und ver abſperrende Fels
auf dem Wege zum Sculzwe>e. Hier aber iſt ver Punkt, auf welchem
unjc jelber in Zucht zu nehmen, der jpäter ihre Pflanzſchulen züchten ſoll oder
weßhalb ſie ſich ein Nec zu vinviciren hat.
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Fernere Zuchtmittel mit innerer Wirkungskraſt ſind Exhortationen -
und Warnungen, zu welchen jedoch Vorkommniſſe, die von felbſt dazu aufe
fordern, die Gelegenheit bieten müſſen, wenn fie in die Tiefen der Ge-
müther dringen ſollen, dürfen alſo nie blos vom Zaun gebrochen ſein.
Durch Beiſpiele (Erzählungen, die paſſen wd vac>en) werden vieſelben +

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ſowohl änſhaulich als nachhaltig wirkſam, und eigentlich mit Gottes Gnade
werden ſie ergreifen, wenn das geoffenbarte Wort Gottes mit feinem Ge-
wicht und feiner Salbung dabei verwendet wird. Weil die Schuljugend
die Lämnterſchaar von. der Heerde und der Lehrer der Hirte dieſes Goit
ind Menſchen theueren Beſißthumes iſt, ſv iſt auch die Ueberwachnng
derſelben ein vorzüglicher Theil ſeines Amtes. Sofern ſich dieſelbe vorx-
nehmlich auf die Schulzeit erſtre>t, gehört ane ſie zur innerlich wirkenden
Zucht mud iſt von nicht genug zu ſchäßendem Werthe. Denn ſie iſt ſo zu
jagen das ſiets in treiter Sorge und heiliger Gewiſſenhaftigkeit auf die
Zinder gerichtete Auge des Lehrer3 und Hüters, das ſie 1) mie außer Acht
jäßt, fonvern miansgeſeßt beobachtet, 2) fortwährend erforſcht und zu
ihrem Nuten immer Harrer zu erkennen ſucht ; das 3) ſowohl das Gute
umd Böſe, Ordentliche und Unordentliche, Bedeutende und ſcheinbar minder
Belangreiche 2c. ſieht, weiß, merkt und jchon mit Bli>en richtet u. |[. f.
|) Vieles vorſicht und darun verhütet ; 5) Alles wie allgegenwärtig con-
volirt, folglich in vielen Stüden bewahrt. Zur Ueberwachung gehört aber
u< pünktliche, fleißige und gerechte Corvectur aller Leiſtungen der
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