Finnland. -- Fortbildungsſchulen. 113
worden. Die Verwaltung der Schulen liegt in den Händen einer von der
Gemeinde ernannten Kommiſſion. Das Land iſt in 33 Sculbezirke eingeteilt,
von denen jeder einen von der Zentral-Direktion der Schulen gewählten Znſpektor
hat. Dieſes Amt iſt als Vertrauenspoſten angeſehen. Die Inſpektoren er-
halten deshalb nur eine Reiſeentſ<ädigung. Die Städte wählen und be-
zuhlen ihre Inſpektoren ſelbſt. Alle Schulen des Landes ſtehen unter der
Aufſiht der Zentral-Direktion. Dieſe beſteht aus ſieben Mitgliedern , hat
ihren Siß zu Helſingfors und iſt von der kir Senats von Finnland abhängig. (Kath. Sdulzeit. 1880. Nr. 15.)
Der Gehalt der Lehrer bewegt fich zwiſchen 500-2000 4. Die finniſche
Mark beträgt jedoch nur 80,60 &Z.. Mithin beträgt die Beſoldung 403--1612 4,
Sowohl in den Städten als auf dem Lande unterrichten no< viele Lehrer
und Lehrerinnen, welche keine Seminarbildung genoſſen haben. Sehr unbe
ſtimmt und einander widerſprehend ſind die ſtatiſtiſchen Notizen, welche in die
Öffentlichkeit gelangten. Die wahrſcheinlichſten (und höchſten) Angaben lauten :
1880 gab e8 578 Elementarſchulen (150 für Knaben, 136 für Mädchen und
292 gemiſchte). In 431 wird finniſch, in 134 ſc ſchwediſ< und in 2 deutſ< gelehrt. Als Lehrer amtierten 720 Perſonen (da=-
von 391 weiblihe) und von den 26,963 Kindern waren 15,186 Knaben
und 11,777 Mädchen. Von den 578 Sdulen kamen 136 mit 10,133
Schülern auf die Städte, 422 mit 16,830 Schülern auf die Landdiſtrikie.
An Mittelſhulen gab es 48 Knabenſ Privatinſtitute), und 38 Mädchenſchulen (7 ſtaatliche und 31 private). An
der Univerſität in Helſingfor8, der Hauptſtadt des Landes , ſtudierten
694 Studenten in 4 Fakultäten mit 67 Profeſſoren. (Pädag. Rundſchau
1882, Okt., S. 3.)
Fortbildungöſchulen (Bd. XU, 42). Wenn hier von Fortbildungsſ die Rede iſt, ſo verſtehen wir darunter nicht jene landwirtſchaftlihen oder ge-
werblichen Schulen, welche eine vorbereitende Bildung für einzelne Berufszweige
zu vermitteln ſtreben , ſondern jene Schulen, in denen die in der Volksſchule
gewonnenen allgemeinen Kenntniſſe feſtgehalten und erweitert werden ſollen.
Es ſind dies Sonntagsſ jeht unter dieſem allgemeinen Namen -begriffen werden. Dieſelben ſind in
den meiſten Ländern eingeführt. In Baden, wo ſie zuerſt in Süddeutſch-
land eingeführt wurden, hatte das neue Shulgeſeß von 1868 ſie aufgegeben,
1874 wurden ſie aber wieder und zwar obligatoriſc< eingeführt. QObliga-
toriſch ſind dieſelben auch in Heſſen-Darmſtadt, Sachſen, Preußen, Bayern, in
der Schweiz in den Kantonen Luzern, Shwyz , Obwalden, Nidwalden, Zug,
Solothurn , Schaffhauſen , Appenzell J. Rh. , Thurgau , Teſſin, Wallis.
(Überſicht über den geſeßlihen und thatſächlihen Beſtand des Fortbildungs-
ſhulweſen3s in der Schweiz von Dr. O. Hunziger und H. C. Däniker, Bern
1881, Wyß. S. 2). Seit 1882 iſt Baſelland dazu getreten. Jn der
Schweiz kommen ſie jedoc< in den mannigfachſten Geſtalten vor, wie die Fort-
bildungsſchulen in den Kantonen Uri, Schwyz, Oberwalden, Niederwalden, Zug,
Appenzell , Wallis und Baſelland mehr Wiederholungskurje für die waſffen=-
pflichtig werdende Mannſchaft bez. Vorbereitungskurſe auf die Rekrutenprü-
fungen find. Zn Württemberg iſt man zu den fakultativen Shulen zu-
rüdgefehrt, (Cs läßt ſich nicht leugnen, daß die Fortbildungöſ gewonnen hat, aber auch ebenſowenig, daß fie mit großen Schwierigkeiten zu
kämpfen hat, und Deutſ kind der Schulverwaltung“ nennt, und zwar nicht bloß die obligatoriſche,
ſondern auch die fakultative (Die Schul =-Ara Falt. Frankfurt 1882,
A. Föſſer Nachfolger. S. 330). Die Urſache liegt teils in den geringen
Nolfus, Ergänzungs8band der Real-Encyklopädie, S

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