Ägypten. --- Algerien. 9
haben. Cbenſo ſind in El =Obeid , der Hauptſtadt von Kordofan, mit 100,000
Einwohnern, Miſſion3anſtalt und Schulen, nicht minder in Berbera, der Haupt-
ſtation an der Handelsſtraße na< Chartum und dem Roten Meere, und ſelbſt im
Nula-Gebirg in Dſhebel-Nube ſüdweſtlih von Kordofen unter -dem 10--12 Grad
nördlicher Breite. (Katholiſche Miſſionen 1882, Nr. 9.)
Algerien. Dieſe franzöſiſ bei der letzten Volkszählung 2,868,977 Einwohner zählte, worunter nur
344,749 Curopäer waren, nimmt in bezug auf die Unterrichtsverhältniſſe der
europäiſchen Bevölkerung eimen hervorragenden Plaß ein. C3 iſt dies übrigens
eine Beokachtung, welche auf die meiſten Kolonien zutrifft, ſie überflügeln
meiſtens das Mutterland in bezug auf die Unterrichtäverhältniſſe. Woher
dies kommen mag, ift no< nicht allgemein feſtgeſtellt; wahrſcheinlich kommt es
daher , daß die Kolonien, welche faſt ausſchließlih aus Handwerkern, Kauf-
leuten und Aderöleuten beſtehen , beſſer den Wert des Unterrichtes zu ſchäßen
wiſſen, als die untern Schichten der europäiſchen Stadtbevölkerung und die
große Mehrheit der Landbewohner. -=-- Der Primärunterricht begreift
dreierlei Anſtalten , nämlich : franzöſiſche Schulen , arabiſch= franzöſiſche Schu-
len und arabiſ der Botmäßigkeit des Generalgouverneurs ſtehen, hängen dieſe Anſtalten
von dem franzöſiſchen Unterrichtsminiſterium ab. Als im Jahre 1848 die
Akademie von Algier gegründet wurde, zählte die Kolonie 27 freie und
71 öffentlihe Primärſchulen und 8 Aſyle, welche zuſammen von 8294
Kindern beſju Schulen und 101 öffentlihe und 21 freie Aſyle, welche zuſammen von
58,396 Kindern beſucht werden. In dieſen Anſtalten wirkten zuſammen
1392 Lehrer und Lehrerinnen, von denen etwa ein Trittel religiöſen Ge=
noſſenſ Klaſſen eingeteilt, deren Gehaltsminimum 1500, 1700, 1900 und 2100 Fr.
betragen. Die Hilfslehrer ſind in 3 Klaſſen eingeteilt mit 1200, 1300 und
1500 Fr. Minimalgehalt. Die Gehälter der Lehrerinnen betragen je nach der
Klaſſe 1200, 1300 oder 1500 Fr., die der Hilfslehrerinnen 900 oder 1100
Ft. Zur Heranbildung von Lehrern beſtehen zwei Normalſ Algier und eine zu Conſtantine. Zu Milianah iſt eine Normalſ Lehrerinnen, =- Die arabiſch - franzöſiſ gründet, den eingebornen Kindern die Kenntnis der franzöſiſchen Sprache zu
verſchaffen und ſo den Verkehr zwiſchen Arabern und Koloniſten zu erleichtern.
Um zum Studium der arabiſchen Sprache anzuſpornen, werden den Beamten,
aljo auch den Lehrern, welche genügende Kenntnis dieſer Sprache durch eine
Prüfung bekunden, Prämien von 300 oder 500 Fr. zuerkannt. C3 gibt nun
39 Knabenſhulen, welhe 1579 junge Araber aufnehmen. Zu Algier , Bona,
Conſtantine und Oran beſtehen ebenfalls Mädc recht blühend waren, da der Jslam das Weib als nicht gleichberechtigt mit dem
Mann anſieht. Dieſe Schulen zählen 176 arabiſc Jahren ſind auf Anregung des hochwürdigſten Herrn Erzbiſchofs von Algier
Schweſtern nach Kabylien gezogen und haben dort Mädchenſchulen eröffnet,
welche einen recht glüklihen Erfolg verſprechen. = Unter der türkiſchen
Herrſhaft war der Primärunterriht im Algerien verbreiteter, als man
gewöhnlich annimmt. Neben jeder Moſchee befand ſich eine Schule, welche den
Namen zaouija, mecid oder derer führte und von den Einkünften der Moſchee
oder von frommen Stiftungen unterhalten wurde ; dort lernten die Kinder von
6 bis 15 Jahren arabiſch leſen , ſchreiben und rechnen. Der thaleb oder
Lehrer derſelben erhielt eine geringe monatliche Entſchädigung und bei ge=
wiſſen Gelegenheiten kleine Geſchenke. Obſchon ſehr viele dieſer Schulen in-

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