Amerikaniſches Erziehungsweſen. 11
und die von Blidah gar 11,000 Bücher aus. (Katholiſche Bewegung, 1880,
S. 309 ff.)
Amerikaniſches Erziehungsweſen. (Vereinigte Staaten, Bd. 1, 65.)
Da3 Erziehung38= und Unterrichtäweſen der Vereinigten Staaten von Nord-
amerika beruht auf den zwei großen Prinzipien der Staatsſchule einerſeits und
der Freiheit der Privatſchule anderſeits, welche beide auf das eiferſüchtigſte ge-
hütet werden. Das Staatsſchulenſyſtem galt von jeher in den Augen des
Amerikaner5 als eine der größten Errungenſ Angriff gegen dieſelben war gleichbedeutend mit einem Angriffe auf die freie
Verfaſſung de8 Landes. »Our glorious common S8Cchools« (unſere glor=
reihen öffentlichen Schulen) war bereits zur ſtehenden Phraſe geworden.
Zwar haben die Vertreter der konfeſſionellen Schule und des religiöſen Unter-
richtes in den Schulen ſchon längſt auf die gefährlichen Folgen dieſes Syſtems
aufmerkjam gemacht, do äres Streben verſhrieen, zumal dieſelben meiſtens von Katholiken ausgingen.
Doch in neuerer Zeit wurden dieſe Stimmen immer lauter und zahlreicher und
kamen ſelbſt aus ſolhen Kreiſen, die keinesweg3s im Rufe zu großer Religioſi-
tät und freiheitsfeindlichen Strebens ſtehen. Der »Vamily's Defender«, eine
den Zwecken des Unterricht3 dienende Zeitſchrift, die in San Diego in Kali-
fornien erſcheint, übertreibt nicht mit der Behauptung: „Überall in den Ver=
einigten Staaten beginnen Viänner von ruhigem und vorurteilsfreiem Urteil,
mögen ſie nun Katholiken oder Proteſtanten, Juden oder Ungläubige ſein, unſer
biSher ſo laut gepriejenez Schulſyſtem als eine höchſt ſhmacvolle und verhängni3=
volle Mißgeburt zu verdammen.“ (Jahrgang 1882, Nr. 1.) Zur Beſtätigung
für dieſe Vehauptung wollen wir einige ſolche Zeugniſſe anführen, und zwar
laſſen wir abſichtlich proteſtantiſ lebtjährigen (1881) Berichte an den »Board of Education« (Erziehungs3-
rat) der Stadt Brooklyn, beklagt ſih Herx Low, Maire von Broo»-
flyn, über die Ungerechtigkeit, mit der die Kinder in den öffentlichen Schulen be-
handelt werden. „Unerfahrene Lehrer find mit dem Unterrichte der niederen
Klaſſen betraut. (C3 find in vielen Fällen unreife Mädchen, die ihre Stelle
einem politiſ einzigen Zwede, die langweilige Zeit, die der Eheſchließung vorangeht, auszu-
füllen. Sie haben auc ihr Gehalt einzuſäkeln . . . Die unglücklichen Kinder, die unter ihrer Pflege
ſtehen, wachſen auf mit verſtümmeltem Geiſte und bar an nüßlihem Wiſſen.
Und das in einer Großſtadt! Was iſt dann erſt von den Landſchulen zu
erwarten, auf die man gewöhnlich ungleich weniger Sorgfalt verwendet!“ -=-
Ein einflußreiches engliſches Blatt, die »Boston Post«, trägt kein Be
denken, in einer Nummer vom Januar 1882 zu erklären : „Zwar würden es
die meiſten unſerer Leſer al3 eine ungeheuerliche Behauptung anſehen, wenn
wir ſagten, daß die für die öffentlihen Schulen verausgabten Gelder großen=
teils reine Verſchwendung ſeien, und daß das Syſtem unſerer Staatsſchulen
nicht8 als eine Erfindung ſei, um mit den größten Auslagen den geringſten
Erfolg zu erzielen. Und doch iſt etwas wahres an dieſer Behauptung.“
„Kein Mann in den Vereinigten Staaten ,“ ſchreibt das New-Yorker »Free-
man's Journal« vom 25. Februar 1882 , „hat ſich als einen treueren Be-
fürworter der öffentlihen Schulen bewährt, und keiner iſt beſſer befähigt, ein
Urteil darüber abzugeben, als Dr. Ne binger von Philadelphia. Und dieſer
Mann erklärte in einex vor kurzem abgehaltenen Verſammlung de8 »Board
of Education« : „Unſer vielgerühmtes Syſtem der öffentlihen S Mißerfolg. Wir rühmen uns, das beſte Erziehungsſyſtem in Amerika zu be-
ſiven, aber dieſe Behauptung iſt ein Unſinn. Das freilich läßt ſich nicht leug-

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