Gerätſchaften in der Schule. 145
tragen. E53 wird vorgeſchlagen, die Wandtafeln in die Mitte der den Shul-
tiſchen gegenüber liegenden Wand zuſammenzudrängen und nicht etwa zu bei-
den Seiten de38 Katheders aufzuſtellen ; um dies zu ermöglichen, ſoll während
des Unterrichts der Katheder , deſſen Wandteil in Rollen läuft, auf die Seite
geſ Beitrag zur Vervollkommnung der Schulbank, der Schultafel und der
Ventilationsfenster. 1879. Wien, Gerolds Sohn. Mit 15 lith. Fig.
auf 11 Tafeln). -- Die Schulbücher tragen ſehr oft zur Beförderung
der Kurzſichtigkeit bei und ſind recht ſc die Schulbücher der Centralbücherverlage Produkte, die aller Beſchreibung
ſpotteten. In der neueſten Zeit iſt es beſſer geworden und insbeſondere
hat Württemberg ſpezielle Verordnung hierüber gegeben. Dr. Cohn
ſtellt al3 Minimalforderung auf: 1) Das n ſoll nicht kleiner ſein als 1,50 mmz
2) der Grundſtrih des n nicht ſ zwiſhen 2 Zeilen nicht unter 2,5 mm; 4) die Zeilenlänge höchſtens 100 mm.
Da38 wäre eine Schrift, wie das Großgedructe in der öſterreichiſhen Bibel , 5
Buchſtaben auf 1 cm, was für ein Schulbuch innezuhalten -- die Fibeln aus-
genommen = rein unmöglich iſt, denn es würde den Umfang des Buches zu
ſehr vergrößern. Vom Papier wird verlangt, daß es gleichmäßig di>,
höchſtens 0,075 mm dünn, mit möglichſt wenig beigemengtem Holzſtoff,
ſatiniert, ohne Schattierung, ſorgfältig getroänet und leicht gelb gefärbt ſei,
Anforderungen , denen unſere Shulpapiere noc< lange nicht entſprehen. Ob
Antiqua oder Fraktur (deutſche oder lateiniſche Lettern)? Hierüber ſind die
Anſichten eben ſo ſehr verſchieden, als darüber, ob die Buchſtaben ſenkrecht oder
ſchräge ſein ſollen. Die Fraktur wird wohl bald verdrängt werden, weil alle
anderen Völker ſich der Antiqua bedienen und der Unterricht dur wendung der Fraktur ungemein erſchwert wird. Denn während das franzöſiſche
Kind 3. B. nur zweierlei Buchſtaben lernen muß , große und kleine , muß das
deutſche Kind viererlei lernen, weil es ebenfalls die lateiniſche Schrift kennen
muß. Dazu kommt no<, daß die deutſche Schrift vom deutſchen Dru> mehr
abweicht, als die lateiniſc uns däucht , feine Schrift etwas vor der anderen voraus. Die ſenkrechte
Schrift dagegen wird ſic) nie einbürgern, obwohl dieſelbe viele Befürworter
findet. Man ſagt: man läßt die Kinder ji krumm halten, damit die
Schrift eine ſchräge Stellung erhalte, und dabei laufen ſie Gefahr eine
Verſchiebung der Knochen und Muskeln fich anzugewöhnen. Dr. Ellinger
tadelt es, daß das Schreibheft rechts geſchoben wird, anſtatt vor das Kind
gelegt zu werden. Dadurch erhalten die Augenmuskeln eine gezwungene, un=-
natürliche Stellung, indem die Kinder genötigt ſind, fortwährend rechts und
nieder zu bliken, während die beiden Augen, wenn das Screibheft gerade vor
der Bruſt liegt, gleihweit von der Schrift entfernt ſein würden und das Kind
nicht immer rechts hinunter zu ſehen brauchte, ſo daß keine Gruppe der Be-
wegungsmuskeln der Augen zu jehr müßte angeſtrengt werden. Die gerade
Linie zwiſchen beiden Augen würde alsdann parallel den Linien des Screib-
heftes ſtehen und ſich nicht ſeitswärts ihnen zuneigen , was ſtet3 der Fall iſt,
wenn das Blatt des Schreibheftes ſchräge gelegt iſt. Die Vorſchriften über die
Lage des Schreibheftes, des Armes und der Hand ſind wenig übereinſtimmend.
In den preußiſchen Bolksſ parallel mit dem Rande des Tiſches gelegt werden, die rechte Hand darf nur
auf den beiden lezten Fingern ruhen und das Handgelenk muß frei bleiben.
In den öſterreichiſ arm ſoll auf dem Tiſche ruhen, die linke Hand nur ſo weit hervorkommen,
um das Papier zu halten, das Screibheft im Winkel nach links herunterge-
ſchoben werden. E53 iſt leicht erſichtlich, daß die preußiſche Vorſchrift der ſenk-
Rolfus , Ergänzungsband der Real-Encyklopädie, 10

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