Geſundheitspflege. --- Geſundheitspolizei. 151
Denicke. -& 10. In dieſem Werke iſt auch die Litteratur der Schul-Hygiene
bis 1876 angeführt. -- Handbuch der Hygiene und der Gewerbskrank-
heiten. 2. Teil. 2. Abteilung des Handbuchs der Speziellen Pathologie
und Therapie von v. Ziemssen. Leipzig 1882. Vogel. X 9. Die
Scul-Hygiene iſt behandelt von Dr. F. Eri8mann in Moskau. -- Groß,
Dr. K&. H. , Kreismedizinalrat, Grundzüge der Sculgeſundheitspflege. Für
Schulbehörden, Lehrer , Arzte , Baumeiſter und Freunde der Schule. Mit
einer (lith.) Figurtaf. gr. 8. Nördlingen 1878. Be>. 50 S. A 1, 20 9). Sehr
erfreulich iſt es auch, daß Kehrein-Keller in ſeinem Handbuch der Er-
ziehung und des Unterrichtes (Paderborn, Schöningh. 2. Aufl. 1877) in
8 78-90 und M. Stern in ſeiner Methodik der Volksſ (Straubing, Attenkofer. 2. Aufl. 1882) in 8 4---9 die Schul-Hygiene be=
rüdfichtigt haben.
Geſundheit5polizei (Bd. 11, 280 ff.). Die von uns ausgeſprochenen
Grundſäße können auch jezt no nachſtehende Notizen des Intereſſes nicht entbehren. 1. Das Schulgebäude.
Hier muß nun bemerkt werden, daß ſich eine geſunde Reaktion gegen die Manie,
großartige Schulgebäude hinzuſtellen, geltend zu machen beginnt. Wenn irgend=
wo eine Zentraliſation eine Thorheit iſt, ſo iſt es bei den Schulgebäuden, und
wenn irgendwo dezentraliſieren am Plaße iſt, ſo iſt es bei dieſen Gebäuden,
die keine S Jahren der württembergiſche Kreismedizinalrat K. H. Groß in Ellwangen in
einem kleinen Schrifthen über den Faſſadenwahnſinn, einer Abart des
Größenwahnſinns, luſtig, der den Bau ſo vieler neuen Shulpaläſte beeinflußt,
und gerade verhindert, daß das Schulhaus ſeinem Zwecke entſprechend gebaut
wird. Der 1880 in Brüſſel verſammelte internationale Unterri fongreß beſchäftigte ſich fehr eingehend mit der Shulhygiene und es iſt ſehr
auffallend, daß die deutſchen Schulblätter von dem Reſultate derſelben ſo wenig
mitteilten. Was nun den Sculhausbau betrifft, ſo wird dem Schulkaternen-
bau , wie er jetzt beliebt wird, entgegengetreten und werden die einſtödigen
Bauten empfohlen. Der Zuſammenfluß vieler Leute ſollte vermieden werden.
(E53 werden dadurc< zwar keine Krankheiten erzeugt, aber die Wirkſamkeit der
hygieniſch - günſtigen Faktoren wird in bedeutender Weiſe vermindert. 5 iſt
eine Gefahr, die zu gewiſſen Zeiten furchtbar werden kann. In Frankreich
hatte man in leßter Zeit ebenfalls große Schulhäuſer für 1000-1200 Kinder
erſtellt. Solche Bauten reduzieren die günſtigen Chancen einer richtigen Squl-
hygiene gar gewaltig und ein ſpezielles Reglement ſtellte neulich das Maximum
der betreffenden Shülerzahl auf 750 feſt. Auch dies iſt noch keine ideale Zahl,
250 wohl eher. Jede8mal, wenn nicht gewichtige ökonomiſche Gründe für
Maßſſenbauten ſprechen, ſollten nur kleinere Schulhäuſer in ein Shulprogramm
aufgenommen werden. (Bericht von Herrn EC. Trelat, Profeſſor am Konſer-
vatorium »Arts et Metiers«, Direktor der Spezialſ Paris. Schweizeriſc Was nowerken ſpricht,
iſt der Umſtand, daß die Schüler, welche in den oberen Etagen unterrichtet
werden, die dur< den Fußboden heraufdringende verdorbene Luft aus den
Sculzimmern der unteren Etagen einatmen müſſen. Aus dieſen und vielen
anderen Gründen ſind kleinere Shulhäufer , welhe im Sculorte gehörig ver=
teilt werden, den Shulkaſernen vorzuziehen. Bei kleinen Schulhäuſern kann
überdies allein darauf Bedacht genommen werden, daß ſie möglichſt in die
Mitte des Sculſprengels8 geſtellt werden und die Kinder nicht weit herzu-
kommen und weit heimzugehen haben. Will man denn doch großartig ſein, jo
ſollte man wenigſtens das Pavillonſyſtem einführen und z. B. einen

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