154 Geſundheitspolizei.
wurde von der preuß. Oberbaubehörde nicht für notwendig erachtet. Nur in
Lübe> hat dex Bürgerausſchuß (1883) angeordnet, daß alle Schulhäuſer mit
Blitzableiter verſehen werden ſollen. Doch wird dieje Frage gegenwärtig im
preußiſ in Folge gräßlicher Unglücksfälle in England angeordnet wurde, daß alle
Thüren ſich nac<ß außen öffnen müſſen. Die ſtaatlichen Verordnungen, welche
das Sc S. 300 angeführten Verordnungen in dieſem Betreff verdienen no< angeführt
zu werden: Die Verordnung des Kantons Züri über die Erbauung von
Sculhäuſern von 1861. -- Erlaß des königl. bayriſ für Kirchen= und Schulangelegenheiten vom 16. Januar 1867 die Geſundheitspflege
in den Schulen betr. = Miniſterialentſhließung die Einrichtung der öffentlichen
und privaten Erziehungsinſtitute mit beſonderer Rüſicht auf die Geſundheitspflege
betr. Miniſterialblatt für Kirhen= und Sculangelegenheiten im Königreich Bayern
vom 18. Febr. 1874. -- Württembergiſ Sculweſens betr. die Einrichtung der Schulhäufer und die Geſundheitspflege in
den Schulen vom 22. Sept. 1879. -- Verordnung des ſächſiſchen Miniſteriums
des Kultus und des öffentlichen Unterricht38 vom 10. Nov. 1875 das Sc weſen betr. Regulativ für die Einrichtungen in den öffentlichen und Privat-
ſchulen Bremens in bezug auf die öffentliche Geſundheitspflege vom 20. Febr.
1879. Verordnung des öſterr. Miniſters für Kultus und Unterricht die Feſt-
ſtellung der Beſtimmungen über die Einrichtung der Schulhäuſer der öffentlichen
Volk3= und Bürgerſhulen und über die Geſundheitspflege in dieſen Sc vom 9. Juli 1873. Hierher gehört auch eine Verordnung der königl. Regierung
von Düſſeldorf vom 14. April 1874. Die neueſte Kundgebung enthält das
Gutachten , welche8 eine vom kaiſerl. Statthalter von Elſaß-Lothringen beſtellte
Kommiſſion von Fachmännern (Arzte, Shulbeamte und praktiſche Shulmänner)
1882 abgab. Die erſten 10 Punkte handeln von der Unterrichtözeit, den Ferien,
PBerſonen 26. und werden im Artikel Überbürdung zur Sprache kommen.
Das Gutachten fährt al8sdann fort : 11) Bei Neubauten höherer Shulen find
die Klaſſenzimmer , wenn ſie weniger als 5 m breit ſind, durc< eine einzige
zur Linken der Schüler gelegene Fenſterreihe zu erleuchten ; bei allen breiteren
Zimmern iſt die doppelſeitige Beleuchtung einzurichten ; ausnahmsweiſe kann
auch vom Rücken der Schüler Licht einfallen. 12) Bei einſeitiger Beleuchtung
iſt dafür Sorge zu tragen, daß die Klaſſenzimmer ihr Licht von Oſt, Weſt
oder auc< Nord erhalten. 13) Zn den jett beſtehenden Schulgebäuden iſt die
Benüßung derjenigen Räume als Klaſſenzimmer zu vermeiden, welche bei ein=
ſeitiger Beleuchtung ihr Licht von Süd erhalten. 14) Wo die Zimmer nicht
die genügende Lichtmenge erhalten , iſt dieſelbe dur< Abſchrägung der Fenſter-
niſ Pfeilern möglichſt zu beſchaffen. 15) Ungenügend beleuchtete Räume, beſonders
die in den Eden viere>iger Höfe belegenen, dürfen nicht als Klaſſenzimmer
verwendet werden. 16) Jede3 Schulzimmer iſt mit Rollvorhängen und Vorrich=
tung zu genügender künſtlicher Beleuchtung zu verſehen. 17) Die Schulbänke
ſind ſo zu ſtellen, daß auf jeden Platz direktes Licht de38 Himmels gelangen
kann ; bei breiten Pfeilern iſt daher der von dieſen beſ laſſen. 18) Zn der Nähe der Schulgebäude ſollen ſtark lichtreflektirende Flächen,
weiße Mauern u. dgl., nicht geduldet werden. I]. Die Schüler. Mit der
Frage über die Raumverhältniſſe der Schulzimmer hängt auf das engſte die
Frage zuſammen : wie viel Schüler dürfen auf einmal mit einander unterrichtet
werden? Als ideale Zahl gilt 50; ſteigt die Zahl über 50, ſo ſoll nach den
Behauptungen eines namhaften Architekten (Alexander Ko haus in Frauenfeld baute), ein richtiges Schulzimmer zu konſtruieren eine un=-
mögliche Aufgabe ſein. Die ſtaatlichen Beſtimmungen weichen da ſehr von

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