Itlyrien. 185
Trieſt beſchnitten wird, wo man kann, um italieniſche Sonderintereſſen zu
pflegen. Auf dem Lande, wo die Armut groß iſt und es vielfa; an Scul-
häuſern mangelt, beſtehen no< viele Notſchulen, an denen Geiſtliche in ihrer
Wohnung den Kindern Unterricht erteilen und eine kleine Entſhädigung für das
Unterrichtslofal und eine Remuneration von 150 bez. 300 fl. ö. W. erhalten,
je nac diska mit der Hauptſtadt Görz hat 1875 eine neue Regelung der Lehrer-
beſoldungen erhalten. Die Lehrer der öffentlichen Volksſhulen ſind in drei
Klaſſen geteilt und erhalten jährlich 400, 500 und 600 fl. Dem Leiter einer
allgemeinen öffentlihen Volksſ 75, 100 fl., je nachdem die Schule aus 1, 2, 3 oder 4 Klaſſen oder darüber
beſteht. Die Zahl der Lehrer 1. Klaſſe darf in Görz die Hälfte der Ge-
ſamtheit nic Qehrer 1. Klaſſe !/; und der I]. Klaſſe 3/;, der Lehrer des geſamten Be-
zirks nicht überſteigen. Jeder Sculleiter erhält eine Natural = Wohnung oder
Mietentſhädigung in Görz von 200, in anderen Orten von 100 fl. Unter-
lehrer erhalten 300 fl. nebſt Wohnungs3entſchädigung von 160 fl. in Görz;
ebenſoviel haben auch die übrigen Lehrer in Görz anzuſprechen. Lehrerinnen
erhalten 80/5 von dem, was Lehrer anzuſprehen haben. Unterlehrerinnen
erhalten jährlich 280 fl. und Wohnungsentſhädigung in Görz von 120 fl.
und in anderen Orten von 60 fl., was au haben. 1881 hatte Görz und Gradiska 131 öffentliche Volk8ſ ganztägigen und ganzjährigen Unterricht hatten, 3 Privatvolksöſ 6 ohne Offentlichkeit3re von denen 20,873 die öffentlichen Volksſhulen beſuchten und 842 Privatun-
terricht genoßen, 32,4 %, blieben ohne nachgewieſenen Unterricht. Von 212
Lehrern hatten 100 Lehrbefähigung3zeugnis, 42 Reifezeugnis, 70 waren ohne
Zeugnis. Von 74 Lehrerinnen hatten 50 Lehrbefähigung3zeugnis, 22 Reife-
zeugnis, 2 kein Zeugnis. 4 Religionslehrer waren von der Schulbehörde, 191
von der Kirhenbehörde beſtellt; kein weltlicher Lehrer erteilte Religionöunterricht.
Von 37 Arbeitöslehrerinnen und Lehrkräften für fremde Sprachen hatten 12
Lehrbefähigung3zeugnis. An 54 Sculen wurde Turnunterricht erteilt, an 81
Unterricht in weiblihen Handarbeiten. An 18 Sculen beſtehen Shulgärten,
an 135 Scülerbibliotheken. Kinderbewahranſtalten beſißt Görz und Gradiska
13, Kindergärten 9, nur eine gewerbliche Fortbildungsſ Volksſ ſtalten und 1 Taubſtummeninſtitut. Für den höheren und mittleren Unter-
richt ſorgen das erzbiſchöfliche Centralſeminar, 1 Gymnaſium, 1 Oberrealſchule,
eine höhere Töchter - (Privat -) Shule, ein Lehr- und Erziehungöinſtitut der
Urſulinerinnen und ein Shulſhweſterpenſionat, alle in Görz. UU. Jſtrien
erhielt unterm 27. Juli 1875 ein Geſeß, womit neue Beſtimmungen über die
Sculauffiht gegeben wurden, d. h. e3 wurde die alte Geſeßgebung den Land-8-
geſezen möglichſt angepaßt. (Keller , Deutſche Shulgeſeßſammlung 1875, Nr.
46 ff.) Die Rechtsverhältniſſe der Lehrer wurden unterm 10 Dezb. 1878 neu
geregelt. Darnac ſhullehrer 700 und 800 fl., Lehrerinnen 80%/, der Lehrerbeſoldungen. Die
übrigen Beſtimmungen des Geſees vom 3. Nov. 1874 find noh giltig. Dar-
nach erhält der Direktor einer achtklaſſigen Bürgerſchule 200 fl., der Direktor
einer ſelbſtändigen Bürgerſchule 150 fl., der Leiter einer öffentlichen Volksſchule
für jede Klaſſe 30, aber höchſtens 100 fl. Funktion8gehalt. Jeder Direktor
einer Bürgerſchule oder Leiter einer Volköſchule von 2 oder mehreren Klaſſen
hat auf eine Wohnung von wenigſtens 2 Zimmern mit erforderlichen Neben-
lokalen Anſpruch oder Mietentſchädigung in der Stadt Pola von 240, in
anderen Orten von 100 fl. Die übrigen Lehrer erhalten hierfür in der Stadt

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