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mehrere ſelbſtändig nebeneinander beſtehen, die Vorſteher derſelben Mit-
glieder. Der Lokalſchulinſpektor übt ein Stimmrecht nur bei Stimmengleichheit
aus, in welchem Falle ſeine Stimme den Ausſc bauaufwand, inſofern er nicht von Kirchenärarien oder privatrechtlich Ver»
pflihteten zu tragen iſt, fällt ſowohl bei Neubauten als Hauptrepara-
turen zu 2/5 der Staatskaſſe, und nur zu '/5 dem Sdhulverbande zur Laſt.
Das Sculgeld an den niederen Volksſchulen wurde an den Schulen mit nur
einem Lehrer auf A 2, an denen mit mehreren Lehrern und mit mehreren
aufſteigenden Klaſſen auf -4 3 feſtgeſebt. Zur Fortbildung der Lehrer wurden
Krei8-Lehrer-Leſegeſellſ ſtattfindenden Krei3-Lehrer-Konferenzen für alle Lehrer verbindlich gemacht, den
Beſuchern aber jeweils eine Remuneration von X 3 gewährt. Zur Errichtung
und Unterhaltung der Krei3-Lehrer-Leſegeſellſchaften gewährt die Regierung jährliche
Beiträge. Die Sculamtskandidaten haben jeweils an Oſtern und an Pfingſten
aus einer Anzahl vom Kollegium des Lehrerjeminars feitgeſtellten Themate eines
zu wählen und auszuarbeiten. Tiefen Mißmut rief jedoh die 1851 erſchienene
Regierungsverfügung hervor, nac< welcher die Bürgerſchullehrer, falls ſie fich
niht zur Ablegung des neu eingeführten Mittelichullehrer-Examens nachträ glich
no< bequemen, ohne weiteres eine Rücverſezung an niedere Volksſchulen zu
gewärtigen haben. Auch über den Seminartkurſus, den die Kandidaten der
Theologie durc zu befähigen, wurde ein neues Regulativ erlaſſen. Demgemäß iſt der Kurjus
ſe ſtunden über Pädagogik und Methodik und der Seminarübungsſchule beiwoh-
nen, auc< über die dabei gemachten Beobachtungen und Erfahrungen ein dem
Seminardirektor zur Beurteilung und Beſprechung vorzulegendes Tagebuch
führen. Sie haben ferner eine größere pädagogij endlich wird ihnen zur Pfliht gemacht, ſich möglichſt vollſtändige Kenntnis von
der Litteratur des Volksſchulweſens anzueignen, die wichtigſten Erjcheimungen auf
dieſem Gebiete der Schriftſtellerei aus eigener Lejung kennen zu lernen, auch
den im Seminar begonnenen Umgang mit dieſen Shriftwerten ſpäter fortzu-
ſezen und ſich in dieſer Beziehung auf der Höhe der Zeit zu erhalten. Am
Scluſſe des Kurſus ſtellt der Seminardirektor den Kandidaten ein Zeugnis
aus und erſtattet der Regierung über die Leiſtungen derſelben im Sulfah, die
Anſtelligkeit u. ſ. w. einen vollſtändigen Bericht. Cine Anzahl zweiklaſſiger
Schulen mit einem Lehrer, welche Halbtagsunterriht beſaßen, wurden
in einklaſſige mit ganztägigem Unterricht verwandelt, ebenſo eine Anzahl vier=-
faſſiger mit zwei Lehrern in dreiklaſſige mit vermehrtem Unterric Mittel«- und Oberſtufe. Der Turnunterriht wurde für die dreiklaiſigen
Landſchulen im Sommerhalbjahr als obligater Lehrgegenſtand aufgenom=-
men. Von Oſtern 1881 wurde die Puttkammerj geführt. Mit Preußen wurde eine Bereinbarung dahin getroffen, daß die
Anhaltſchen Kandidaten der Philologie und der Theologie zu den für die Pro-
vinz Sachſen in Magdeburg abzuhaltenden Mittelſ prüfungen zugelaſſen werden und durc< Erſtehung dieſer Prüfung zugleich die
Anſtellungsfähigkeit für den Umfang der preußiſchen Monarchie erlangen. Ebenſo
wurde vereinbart, daß die Lehrerinnen, welche ihre Befähigung zur Anſtellung
in Preußen oder in Anhalt erlangt haben, für beide Länder anſtellungsfähig
ſind. 1877 wurde das Landesſeminar von Bernburg mit dem von Köthen
vereinigt. Das neue Seminar koſtete mit Inventar -X4 4,450,000 und hat Plaz
für 150 Zöglinge in einem fünfjährigen Kurſus. Der Aufwand für das Sc wejen ſteigerte ſic von 1866 bis 1881 von X 302,102 auf 4 1,320,679
für Aufbeſſerung der Lehrergehalte und Kreierung neuer Stellen ; daß dieſe
Steigerung durch die Zunahme der Bevölkerung bedingt worden ſei, iſt nicht
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