918 Lippe-Detmold. --- Lippe:Schaumburg. --- Liturgiſher Geſang.
die obere Abteilung der Unterklaſſe unterrichtet, gewiß eine für den erſten
Lehrer ſehr unzwe>mäßige Verteilung. Wo eine Volksſchule mit getrennten
Geſchlechtern 3 oder 4 Lehrer hat, bleibt ſich dies Verhältnis gleich, wo ſie 6
Lehrer mit eben ſo vielen Klaſſen hat, ſind jeder der beiden Stufen 2 Klaſſen
zuzuweijen. Die Unterklaſſe hat 12, die Mittel- und Oberklaſſe 18 Stunden
Unterric und in der Oberklaſſe 5 Stunden auf den Religion3unterricht verwendet.
Die Zahl der Schüler darf in einer Klaſſe nicht mehr als 60, die Geſamts-
zahl , die ein Lehrer unterrichten muß, nicht über 120 betragen. Sind mehr
als 120 Kinder, ſo wird dem Lehrer ein Sculgehilfe beigegeben, find es mehr
als 200, ſo müſſen zwei Lehrer angeſtellt werden. Die Hauptlehrerſtellen zer-
fallen in 5 Dienſtklaſſen bis zum fünfzehnten, zwanzigſten, fünfundzwanzigſten,
dreißigſten und nac< dem dreißigſten Dienſtjahre mit Beſoldung von 900, 1050,
1200, 1350 und 1500 X nebſt freier Wohnung. Für kirc werden 75 HA bewilligt. Hilfslehrer erhalten 600 und nac< 5 Jahren, wenn ſie
die zweite Staatsprüfung abgelegt haben, 750 -&. Das Scdulgeld beträgt jähr=
lim 5 A&. Die Penſion beträgt, wenn die Dienſtunfähigkeit in den erſten 10
Jahren erfolgt, 40 ?/, der Beſoldung und ſteigt mit jedem weiteren Dienſtjahre
um 11/,9 ; bis zu 80%; Nach 50 Dienſtjahren voller Gehalt als Penſion. Die
Hinterbliebenen verſtorbener Volksſ Tode noc< im Genuß der Beſoldung und der Dienſtwohnung. Ein ſeit 1875
gegründeter BPBeſtalozziverein zählte 1882 139 ordentliche und 44 CEhrenmits-
glieder, eine Einnahme von 905 und eine Ausgabe von 725 H.
Lippe : Shaumburg |. Shaumburg - Lippe.
Liturgiſcher Geſang. Der Lehrer als Organiſt ſteht im Dienſte der
Kirche, und dieſes Verhältnis trägt nicht am wenigſten zu deſſen Würde bei.
Wie der Lehrer nicht im Dienſte des Schulrats und des Bezirköbeamten , ſon-
dern im Dienſte des Staates ſteht, demungeachtet aber ſeine Würde nicht ver-
leßt fühlt, wenn Schulrat und Bezirköbeamter ihn beaufſichtigen und zur Er-
füllung der ſtaatlichen Verordnungen und Geſeze anhalten, ſo ſteht der Lehrer
als Organiſt nicht im Dienſte des Pfarrer3 , ſondern im Dienſte der Kirche ;
der Pfarrer iſt jedoch der mit der kirchlichen Autorität bekleidete Aufſichtsbeamte,
der die kir hat, daß dieſelben vollzogen und daß denſelben nicht entgegen gehandelt wird.
Da3 Verhältnis des Lehrers zum Pfarrer iſt aber ein viel innigeres, als
deſſen Verhältnis zum Schulrat, da das Amt des Pfarrers deſſen Träger
Pflichten gegen den Lehrer auflegt, die dem Sc dieſes Verhältnis geradezu zu einem ehrwürdigen geſtalten. Der Pfarrer ſoll
nicht nur des Lehrers väterlicher Freund, Berater, Mitarbeiter ſein ; er iſt zu-
gleich auch deſſen Seelſorger, und es kann daher unter gläubigen Chriſten nie
die Rede davon ſein, daß ein Lehrer dur< Übernahme eines kirhlichen Amtes
herabgewürdigt wird, weil es der Aufſicht des Pfarrers unterſteht. Zu den
Tienſtleiſtungen nun, welche der Beaufſichtigung des Pfarrers unterliegen , ge=
hört der Kir muſif, weil bei der kirchlihen Feier die Muſik vor dem Geſange in den Hinter-
grund tritt, und überall, wo Muſik und Geſang miteinander verbunden vor-
kommen , die Muſik dem Geſang ſi< anzupaſſen hat und nicht umgekehrt.
Über dieſe kir der Organiſt, und es iſt de8halb für den lehztern von der größten Wichtigkeit,
daß er die kirchlichen Vorſchriften kennt und dem Pfarrer getreu beiſteht, die-
ſelben zur Ausführung zu bringen, inſoweit die Verhältniſſe es überhaupt zu-
laſſen, oder mit dem Pfarrer dafür ſich bemüht, die Shwierigkeiten hinweg-

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