Sachſen - Koburg - Gotha. 299
Sachſen - Koburg- Gotha (Bd. IV, 322), beſtehend aus den vereinigten
Ländern Koburg und Gotha, hat miteinander 1970 qkm = 35,7 Q.-M.
und 194,000 Einwohner. Beide Länder haben eigene Landtage und jedes
ein eigenes Shulgeſeß : das Schulgeſetz für Koburg datiert vom 27. Oktob.
1874 und heben wir aus demſelben heraus: Die Unterrichtögegenſtände der
Volksſ Leſen und Schreiben, Rechnen, Formenlehre, Erdkunde, Geſchichte , Naturge-
ſchichte, Naturlehre, . Geſang, Zeichnen und Turnen. Wo die erforderlichen
Einrichtungen getroffen werden können, ſoll den Mädchen Unter-
weijungen in weiblichen Handarbeiten erteilt werden (Art. 1). Von den an
den Volköſ und Königs3berg widerruflich angeſtellten Lehrern iſt einer derſelben in Koburg
als Schuldirektor, in Neuſtadt, Rodach und Königs8berg als Rektor anzuſtellen.
Bei den Landſ hörde einem der feſtangeſtellten Lehrer die Funktionen eines Rektors zu über=
tragen (Art. 4). Das Schulgeld darf in den Landgemeinden den Betrag von
3 HZ nicht überſteigen (Art. 14). Jedes Kind hat, ſofern nicht Rücſichten
auf geiſtige oder körperliche Zuſtände eine Ausnahme machen, ac in der Regel vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 14, Lebensjahre die
Volksſ daß ein Kind mindeſtens den für die Volksſchule vorgeſchriebenen Unterricht
erhält. Konfirmanden haben vom Beginne des Konfirmandenunterrichtes an
dem ReligionSunterricht in der Schule nicht mehr teilzunehmen (Art. 18).
Auf Wunſc< dürfen bei Beginn eines neuen Scauljahres = in der Woche
nac< Oſtern =- aber nur mit Genehmigung des Schulvorſtandes auch Kinder
aufgenommen werden, die am 1. Oktober des vorhergegangenen Jahres das
fünfte Lebensjahr zurügelegt hatten (Art. 19). Jeder Sculamtskandidat
iſt bis zum Ablauf des dritten Jahres vom Tage ſeiner Jmmatrikulation an
verpflichtet, als Hilfslehrer oder Stellvertreter eines Lehrer5 Dienſte an der
Volksſ Sculamtstandidat , welcher eine definitive Anſtellung erhalten will, eine theo-
retiſche und praktiſche Prüfung zu beſtehen. Diejenigen, welche dieje Prüfung
nicht beſtehen, müſſen na unterwerfen ; beſtehen ſie diejelbe wieder nicht, ſo ſind ſie nicht weiter als
Lehrer zu verwenden (Art. 32). Den Magiſtraten zu Koburg, Neuſtadt und
Rodach, ſowie dem Stadtrat zu Königsberg, ſteht das Wahlrecht für die an
den Schulen dieſer Städte anzuſtellenden Lehrer zu. Desgleichen ſteht jeder
Landgemeinde eines Schulortes, welche mindeſtens ſeit 5 Jahren keinen
Staatsbeitrag zu ihrer Volksſchule erhalten hat, die Befugnis zu , ihre Lehrer
zu wählen. Das Wahlrecht iſt dur meindeausſc lung auszuüben (Art. 32). Lehrerinnen, welche ihre Befähigung in genügen=
der Weiſe nachgewieſen haben, können in der Mädchenabteilung, ſowie in ge=
miſ mung der betreffenden Gemeinden angeſtellt werden. Deren Rechte werden, jo-
weit ſol (Art. 34). Die Einnahnien aus Nebenämtern mit Ausſchluß der Gebühren
für kir aber den Betrag von 100 X nicht, ſo iſt der Fehlbetrag beſonders zu ge=-
währen. Der Nutßungswert der Dienſtwohnung eines Landſchullehrers darf
höchſtens auf 80 X berechnet werden (Art. 35). Jedem unwiderruflich an-
geſtellten erſten Volksſchullehrer an den Landſchulen iſt ein Garten und ſoviel
Wieswac für den Hausbedarf nötigen Kartoffeln erforderlich iſt, zu überweiſen. Die

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