Sculgärten. -- Sculſparkaſſen. 319
fräftige Entwikelung des Körper3, endlih für erhöhten Volkswohlſtand.
(Magaz. f. Pädagogik, 1882. Nr. 25.) Sollten dieſe Zwe>e wirklich erreicht
werden, jo müßten ſchleunigſt überall Schulgärten eingeführt werden, in
Oſterreich müßte man dieſem Ziele ſt ſein. Die
ganze Sache unbefangen und vorurteilsfrei betrachtet, werden wir Sculgärten
an Volksſ es fi< darum handelt, der größeren Anzahl der Kinder Kenntniſſe beizu-
bringen, die ſie in ihren lokalen und erwerblichen Verhältniſſen fördern
können , find die betreffenden Abteilungen eines Schulgartens empfehlenswert,
z. B. wenn es fic< darum handelt, die Obſtbaumzucht zu heben, die Bienen-
zucht oder die Seidenzucht einzuführen. Allein die hierfür dienlichen Anlagen
ſind dann keine Schulgärten im eigentlihen Sinne des Wortes. Sculgärten,
welche nur der allgemeinen Bildung dienen, ſind auf dem Lande höchſt unnötig.
Anders iſt es in den Städten, wo die Kinder oft die einfachſten Pflanzen
nicht kennen und nicht einmal die Getreidearten voneinander zu unterſcheiden
wiſſen, nicht einmal die Gartenpflanzen und die Obſtbäume benennen können ;
da ſind Shulgärten wohl am Plaße, namentlich auch um die Giftpflanzen
kennen zu lernen. Will man äſthetiſ binden, ſo läßt ſic auch nichts dagegen ſagen =- wenn Geld hierzu vorhan=
den iſt. Allgemein aber werden bei uns die Schulgärten nicht eingeführt
werden. Das läßt ſich um ſo leichter vorausſagen, wenn man bedenkt, daß
fich bei den wenigſten Schulen Baumjſ die wenigſten in der Ordnung find. Eine Anleitung zur Cinrichtung von
Sculgärten finden wir in Kolb, M., Inſpektor, Der Schulgarten, deſſen
Nuten und Einrichtung. Mit 2 in den Text gedruckten Plänen. Stuttgart,
Ulmer 1880, gr. 89, 36 S. 70 3.
Sculſparkaſſen. Die Sculſparkaſſen ſind eine Einrichtung, welche in
Deutſchland in den Städten wieder durchg die Pfennigſparkaſten verdrängt
wurden, no< ehe man ſich einigen konnte, ob ſie zu fördern ſeien oder nicht.
Sie werden bald nur no< der Geſchichte angehören, und von dieſem Stand-
punkte aus wollen wir fie bejprec<ßen. Über ihre Entſtehung giebt der Päda-
gogiſ Fürſprechers der Schulſparkaſſen, des Paſtor3 Sen&>el in Hohenwalde, ent-
nommen ſind: „Die erſten Jugendſparkaſſen wurden von Frl. Priscilla
Wakefild in der Pfarrei Tottenham in Middleſex (England) begründet im
Jahre 1799; bald folgten andere, und bereits im Jahre 1808 wurde im
Parlamente ein bezüglicher Vorſchlag gemacht, der aber nicht durc als Pfarrer Dr. Henry Duncan von Ruthwell, einer armen Pfarrei in
Dumfriesſhire, die Sache in die Hand nahm, begann die größere Ausbreitung,
und im Jahre 1817 wurden vom engliſchen Parlamente die öffentlichen
Sparkaſſen gutgeheißen und begründet. 1818 entſtanden die öffentlichen
Sparkaſſen in Paris und Berlin. Seit 1765 ſind bis zum Jahre 1830 in
ganz Europa 693 öffentliche Sparkaſſen eingerichtet worden ; im Jahre 1878
zühlte man deren aber 10,000. Aber dieſe Kaſſen hatten doH< mehr einen
allgemeinen Charakter, eigentlihe Shulſparkaſſen wurden --- wohl durc<
obige Beſtrebungen veranlaßt -- zuerſt in Deutſchland eingeführt. In Apolda
nämlich ſoll eine folHe 1833 durch den Kantor Richter ins Leben gerufen
worden fein. 1834 begründete in Frankrei< M. Duloc in Lemon3 eine
jolhe Kaſſe, die aber 1870 infolge des Krieges einging. In Belgien
breiteten fich dieſelben durch die Bemühungen des Profeſſor Laurent in
Gent aus und ergaben ſich erſtaunlihe Reſultate. 1870 betrug die Zahl der
Sparkaſſenbüher 52,346, 1875 dagegen ſhon 106,312. In Deutſchland ge=
wannen ſie nur langſam Boden. Vor 1878 beſtanden in Preußen nur 16
Schulſparkaſſen. 1882 gab es 372 Kaſſen an 336 Schulen mit 509 Lehrern,

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