336 Slavonien. =“ Siebenbürgen. -- Spanien.
Slavonien ſ. Ungarn.
Siebenbürgen [. Ungarn.
Spanien (Bd. IV, 486) hat 508,000 qkm = 9320 Q.-M. mit un-
gefähr 16 Millionen Einwohnern. Das Volksſ Jahren nur um weniges gehoben. E38 erſchien zwar 1877 ein neues Unter-
richt8geſeß, allein papierne Vorſchriften können nicht aufhelfen und überall fehlt
es an Energie, deſto mehr Schwindel ſtet aber in den Köpfen. Nach dem
neuen Geſetze ſteht das ganze Schulweſen unter einem allgemeinen Unterricht8-
rat, der aber hauptſächlich aus wirklihen und ehemaligen Profeſſoren beſteht.
Unter dieſem allgemeinen Unterrichtörate führen Provinzial= und Ortsſchulräte
die Auffi hen ſi; auch ein Vertreter des Biſchofs überſtimmen laſen darf. Sonſt iſt
der Kirche gar kein Einfluß auf das Schulweſen eingeräumt. In der Primär-
ſ dern, wie in Portugal, von den Lehrern. Es beſtehen 28,147 Volksſc nämlich 10,888 Knaben=, 9130 Mädchen- und 7050 gemiſchte Schulen. Da-
zu kommen noch 569 Kleinkinderſchulen und 390 Schulen für Erwachſene
männlichen, ſowie 120 für Erwachſene weiblichen Geſchle liher dieſe Anſtalten Beſuchenden foll ſi<ß auf 1,633,288 belaufen. Bedenkt
man nun, daß die Kinder nur vom 6.--9. oder vom 7.,--10. Jahre die Schule
beſuchen, und daß in Preußen 3. B. für 4,340,000 Kinder 33,040 Sculen
beſtehen, jo kommen wir wieder zu dem Bd. IV, 495 ausgeſprochenen Schluſſe,
daß es niht an Schulen, wohl aber am Schulbeſuche mangele, und daß die
Kinder begreiflicherweiſe das, was ſie gelernt haben, wieder vergeſſen müßen.
Überhaupt ſind dieſe Kinder nur in den Liſten eingetragen, aber es denkt nie-
mand daran, die auf Sculverſäumniſſe geſeßten Strafen zu vollziehen, und
die Provinzialſchulinſpektoren begnügen ſic< ebenfalls damit, ſich die Liſten vor-
legen zu laſſen. Die Beſoldungen der Lehrer ſind no< ebenſo elend, wie
Bd. IV, 492 geſchildert , 2500, 3300, 4400, 5500, 6600, 8000 , 10,000
Realen, d. h. 525, 693, 924, 1155, 1386, 1680 und in Madrid 2100 X.
Wie ungünſtig die Lehrer geſtellt ſind, beweiſt der Umſtand, daß 1882 auf
einer zu Madrid abgehaltenen Lehrerverſammlung als Notwendigkeit bezeichnet
wurde, den Lehrergehalt (alſo wohl das YMinimum) auf 800 4 feſtzuſetzen.
Lehrerinnen erhalten nur ?/3 des für Lehrer feſtgeſezten Gehaltes. Nach 35
Dienſtjahren iſt ein Lehrer erſt penſionsberechtigt und beträgt die Penſion die
Hälfte der Beſoldung. Die ganze Laſt des Aufwands für die Volksſhule liegt
auf den armen und ausgeſaugten Gemeinden. Obwohl Spanien ſeit mehr als
100 Jahren unter der Herrſ 16,320,000 & , welc Staatsbudget nur 148,000 X figurieren. (Allg. Chronik des Volksſ 1882. S. 207.) Die Gemeinden bleiben deshalb vielfac< den Gehalt ſchuldig,
und es iſt nichts ſeltenes, daß Lehrer 4, 5, 6 Jahre keinen Gehalt beziehen
und daß ſie nicht nur mit Nebenbeſhäftigungen ſi ihr Brot zu verdienen
ſuchen, ſondern im eigentlihen Sinne de8 Wortes betteln müſſen. Wie zum
Hohne veröffentlihten vor einigen Jahren die Sculblätter einen Erlaß des
ſpaniſchen König3 Heinrich Trastemer (1369), der den Lehrern (den Herrn,
welche in den Anfangs8gründen der Wiſſenſchaften unterrichten ) folgende Privi-
legien einräumt: Sie dürfen nicht gefangen gejeßt oder aus irgend einem
Grunde gerichtlich beläſtigt werden, auch nicht in öffentlihen Gewahrſam ge-
nommen werden, ohne daß vorher beim königl. Rate angefragt wurde; nur im
Falle eines Mordes dürfen ſie verhaftet und gefangen geſetzt werden in ihrem
eigenen Hauſe. Wenn gewöhnliche Volksſ

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