338 Spanien. =“ Steiermark.
der Entwidelung des Schulweſens in denſelben bezeichnen ſollen , nämlich
1) Deutſchland, Schweiz, Skandinavien ; 2) Frankreich, England ; 3) Öſterreich,
Ungarn, Jtalien, Griechenland ; 4) Spanien und Portugal, Irland, Rußland,
Türkei. Spanien wollte ſih nun dieſe Klaſſifizierung ſeinerſeit3 nicht gefallen
laſſen und warf dem Urheber derſelben vor, er erhebe die Ehre des einen
Staate8, indem er die anderer verunglimpfe. Um die Ehre des eigenen Landes
zu retten, hat nun die ſpaniſche Unterrichtöverwaltung eine andere Karte an-
fertigen laſſen, welche ſie gegenwärtig an die Kultu3miniſterien der europäiſchen
Staaten verſendet. Auf dieſer Karte erſcheinen nun in erſter Klaſſe Deutſch-
land, Shweiz, Schweden, Frankreich ; dann kommen 2) Großbritannien, Spanien,
Norwegen, Niederlande ; 3) Öſterreich-Ungarn, Ztalien, Portugal, Griechenland,
4) Rußland und die Türkei. Wir brauchen nicht zu unterſuchen, wer recht
hat. Obenangeführte Thatſachen und Zahlen geben hinlänglich Gelegenheit, um
uns ein Urteil zu bilden. =- Seit einigen Jahren haben die Proteſtanten von
Teutſ teſtantiſ vielen kleineren Orten proteſtantiſche Schulen beſiehen und von ungefähr 8000
Kindern beſucht werden. In Madrid ſelbſt beſtehen zwei Clementarſchulen und
werden von etwa 300 Kindern beſucht. Die zu einem Gymnaſium zu erwei-
ternde Knabenſchule hat außer der Vorſchule bereits drei Gymnaſialklaſſen
(1882). Au exiſtiert ein proteſtantiſ lingen beiderlei Geſchle unſicher. Sicher iſt ſchon, daß in den größeren Städten, wo viele Fremde des
Handels und der Geſchäfte wegen ſich aufhalten, das Bedürfnis hervortrat,
proteſtantiſche Schulen zu gründen ; ſicher iſt auc<, daß in vielen kleineren Orten
der „Verſuch“ gemacht wird, „zu evangeliſieren“. Sicher iſt aber auch, daß
I. eingeborene Spanier der Evangeliſation ebenſowenig zugänglich iſt, wie der
taliener.
Steiermark (Bd. 111, 551, 568. IV, 534). Da3 Herzogtum Steiermark iſt
22,460 qkm = 408 Q.-M. groß mit 1,212,000 Einwohnern, teils Deutſche,
teils Slaven. Die Beſoldungen wurden durc; das Geſeß vom 3. Mai 1874
geregelt. Es erhalten die Lehrer in der Landeshauptſtadt Graz 900 fl., die
außerhalb derſelben angeſtellten 550, 600, 700 oder 800 fl. Lehrer an öffent-
lichen Bürgerſchulen erhalten 100 fl. mehr als die Volksſchullehrer am gleichen
Sculorte. Proviſoriſ zeugnis beſißen, zwiſchen 60 und 70, definitiv angeſtellte Unterlehrer 80 */z
des Gehaltes. Direktoren erhalten 200 fl., Oberlehrer in Graz und in Orten
der I. und II. Klaſſe 100 fl., in Orten der Il. und IV. Klaſſe 50 fl. Zu-
lage. Lehrerinnen find mit den Lehrern gleichgeſtellt. Sonderbar iſt es , daß
1882 im Landtag ein Antrag geſtellt wurde, die Beſoldungen der Lehrer zu
mindern; derſelbe erhielt aber nicht die Stimmenmehrheit. =- 1881 hatte Steier-
mark 745 öffentliche Volksſchulen, von denen in 626 ganzjähriger und ganz-
tägiger Unterricht erteilt wurde. Dazu kommen 40 Privatvolksſ welchen 16 mit Offentlichkeitsgreht. Die Zahl der ſchulpflichtigen Kinder be-
trug 154,967 (gegen 151,622 des Vorjahres), von denen 134,312 die öffent-
lichen Volksſ Hauſe wurden unterrichtet 7189 Kinder, ohne nachgewieſenen Unterricht blieben
6,4 %/9- Ciner großen Anzahl (8891 Kindern) mußten Sdulbeſuchserleichte-
rungen bewilligt werden. E38 gab 1262 und zwar 982 mit Lehrbefähigungs-,
202 mit Reifezeugnis, 78 ohne Zeugnis. Von 280 Lehrerinnen waren nur
2 ohne Zeugni3 und hatten nur 95 bloß das Reifezeugnis. (Es gab 855 von
der Kirchenbehörde angeſtellte Religionslehrer , aber keinen vom Staate ange-
ſtellten. 141 Arbeit8- und Spraclehrerinnen hatten Lehrbefähigungszeugniſſe,

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