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die Anſtalt betrifft, ſtellt auch die Organiſation von Bewahr- und Abend-
ſchulen (Ecoles d'adultes) feſt. Art. 3. Die Kinder der Armen erhalten
den Unterriht umſonſt. Die Gemeinde wacht darüber , daß alle diejenigen,
welche keine freien Privatſc in einer adoptierten Schule des Unterrichts teilhaftig werden können. Der
Gemeinderat ſtellt nam Anhörung des (Gemeinde-) Wohlthätigkeitsausſhuſſes
jedes Jahr eine Liſte der armen Kinder auf, denen der Unterricht unentgelt=
lic< erteilt worden iſt, ſei e8 in einer Gemeinde- oder in einer adoptierten
Schule, und beſtimmt die den Lehrern dieſer Schule zukommende Vergütung
nac< der Schülerzahl. Dieſe Liſte und die Vergütung müſſen von der Depu-
tation des Provinzialrates beſtätigt werden, jedoch iſt der Rekurs an den
König geſtattet. Die Deputation beſtimmt au<, vorbehaltlic< des Rekurſes an
den König, den Teil der Koſten, welhen der Wohlthätigkeitäverein für den
Unterri ordentlihen Ausgabebudget des Wohlthätiglkeitsausſ Die Gemeinden können den Unterricht der Religion und der Moral
an die Spitße des Programms aller oder einiger ihrer Elementarſchulen
ſtellen. Der Unterricht wird am Anfange oder am Ende der Schulſtunden
erteilt. Die Kinder, deren Eltern es verlangen, ſind dispenſiert, daran teilzu-
nehmen. Der Elementarunterriht umfaßt notwendig Leſen , Schreiben, die
Elemente des Rechnens, das Maß- und Gewichtöſyſtem , die Elemente der
franzöſiſchen, vlämiſchen oder deutſchen Sprache , je nac< den örtlichen Bedürf-
niſſen, die Geographie und Geſchichte Belgiens. Außerdem hat für die Kna-
ben Turnunterricht , für die Mädc den, E3 iſt den Gemeinden überlaſſen, dieſem Programme eine Ausdehnung
zu geben, welße im Bereiche der Möglichkeit und Nüßlichkeit liegt. Wenn in
einer Gemeinde 20 Familienväter für ihre Kinder den Di8pens von der Teil-
nahme am Religionsunterrichte verlangen, ſo kann der König auf Antrag der
Eltern die betreffende Gemeinde anhalten, zum Gebrauche dieſer Kinder eine
oder mehrere Spezialklaſſen einzurichten. Wenn troß der Forderung von 20
Familienvätern, die ſ macht, daß der Religionöunterri men, oder daß er von den betreffenden Kultusdienern erteilt werde, ſo kann
die Regierung auf Antrag der Eltern eine oder mehrere denſelben zuſagende
Privatſ niſſe beſiken, um von der Gemeinde adoptiert werden zu können. Art. 5,
Der Lehrer wacht mit gleichem Eifer über die Erziehung und den
Unterricht der ihm anvertrauten Kinder. Er läßt keine Gelegenheit außer-
acht, um ſeinen Zöglingen Pflichtgefühl , Vaterlandsliebe, Achtung vor den
nationalen Einrichtungen und Anhänglichkeit an die konſtitutionellen Freiheiten
einzuflößen. Er hat ſich beim Unterricht jeden Angriffes auf die religiöſen
Überzeugungen der Familien zu enthalten, deren Kinder ihm anvertraut ſind.
Art, 6. Die Koſten des Elementarunterrichts in den Gemeindeſchulen fallen
der Gemeinde zur Laſt. Die Provinz nimmt daran teil im Wege der Unter-
ſtüzung. Keine Gemeinde kann für den Elementarunterriht weder vom
Staate noch von der Provinz eine Unterſtüzung beanſpruchen , wenn ſie nicht
vorher eine no< näher feſtzuſezende Summe ſelbſt darauf verwendet, und wenn
ſie fich nicht in allen Punkten nach dem gegenwärtigen Geſetze richtet. Art. 7.
Die Ernennung, die Suſpendierung und die Wiedereinſezung der Lehrer
iſt Sache des Gemeinderats. Es kann jedoH der Lehrer ohne Zuſtimmung
der permanenten Ausſ Dem Gemeinderat wie dem Lehrer ſteht die Berufung an den König zu.
DaSſelbe gilt von der Suſpendierung, mit welcher die Gehaltsentziehung ver
bunden iſt, wenn deren Dauer über einen Monat hinaus8geht. Der Gemeinderat

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