396 Niemeyer, Dr. A. H. -- Öſterreich. -- Päpſtliche Schulen.
Niemeyer, Dr. A. H., (Bd. 111, 471.) Deſſen Hauptwerk: Grund-
ſäße der Erziehung und des Unterrichts wurde 1879/80 neu
herausgegeben mit einer Ergänzung des geſchichtlich litterariſchen Teil38 und
mit Niemeyers Biographie von Seminardirektor Wilhelm Rein. gr. 8.
838 Bände. Langenſalza. Beyer. A 8, 50 IZ.
Oſterreich (Bd. UU], 503 und oben 248). Dur eine Verordnung des
Miniſters für Kultus und Unterriht vom 26. Mai 1884 wurde für die
Mittelſ Lehrplans ohne eine ungerechtfertigte Veränderung der Grundlagen der ganzen
Gymnaſialorganiſation auf das dur< die Erfahrung erprobte Niveau des Er-
reichbaren zurüdzuführen und dadurch die Vorſchrift und die mögliche Leiſtung
in Einklang zu bringen.“ Na dieſer bedeutſamen Begründung werden nun
die Erfahrungen angeführt, die man ſeither gemacht hatte, und e8 wird zuge=-
ſtanden , daß in einzelnen Klaſſen und Fächern über das Ziel hinausgegriffen,
der Lehrſtoff nicht gehörig verteilt, die Behandlung einzelner Fächer als nicht
dem Gymnaſium gemäß ſei, bei andern dem Unterrichte die nötige Grundlage
fehle. Die Veränderungen, welche der neue Lehrplan dem alten auf den
Miniſterialerlaſſen vom 10. September 1855 und vom 12. Auguſt 1871 ſich
fußenden Lehrplan aufweiſt, ſind beiläufig folgende: im Latein und im
Griechiſchen wurde die Zahl der zu leſenden Werke vermindert, dafür aber
ein tieferes Eingehen in die Lektüre zur Pflicht gemacht; im Deutſchen wurde
der Unterri fahrung zeigte, daß die kurze Zeit, wel den kann, keinerlei Erfolge von Wert erzielen läßt. Bezüglich der Geſchichte
der Geographie wurde nur eine Verſchiebung der Lehrſtunden vorgenommen.
In Mathematik und Geometrie wurde eine neue Verteilung des Lehrſtoffes
vorgenommen, ſphäriſche Trigonometrie wurde ganz ausgelaſſen. (Allg. D.
Sculgeſ.-Samml. 1884. Nr. 27 ff.) -- Unterm 9. Juli 1884 entſchied das Reichs-
gericht, daß Lehrer keine Gemeindebeamten, mithin aktiv und paſſiv zu Gemeinde-
ämtern wahlfähig ſeien, da das Lehramt ein vom Staate übertragenes Amt
fei, wenn auch der Gemeinderat präſentiere. BVeranlaßt wurde die Entſchei-
dung dadur<, daß ein Bürgerſchuldirektor in Wien zum Gemeinderat des
zehnten Bezirks gewählt, ihm aber von der Plenarverſammlung die Genehmi-
gung verweigert wurde. (Chriſtl.-päd. Bl. 1884. Nr. 15.)
Päpſtliche Schulen. Gleich nah ſeinem Amtzantritte ſchenkte Leo XU].
dem Unterrihte die jorgſamſte Aufmerkſamkeit. Schon unterm 26. Juni
1878 richtete er ein Schreiben an den Generalvikar von Rom, Kardinal
Monaco La Valetta, in welchem er ſeine Stimme gegen den Beſchluß der
römiſchen Munizipalität erhob, welche den Religionsunterric lichen Schulen verbannt, Zugleich forderte er den Generalvikar auf, dafür
zu ſorgen, daß tugendhafte Laien unter der Aufſicht eines oder mehrerer
Prieſter fih dem KatechismusSunterrichte der Kinder widmen. Auch würde es
von Nußen ſein, wenn man für die Erwachſenen an beſonders dazu geeigneten
Orten katechetiſc Kindheit erhaltenen heilſamen Vorſchriften ſtet8 lebendig zu erhalten. Zugleich
bewilligte der heilige Vater Geldmittel zu dieſem Zwecke , ſoviel es deſſen be=
ſchränkte Mittel erlaubten. Es entſtanden, da das italieniſche Shulgeſetz wohl
einen Lernzwang, aber keinen Schulzwang kennt, noc< eine weitere Anzahl
Privatſchulen neben den ſ Proteſtanten, welche über bedeutende Geldmittel verfügen, in Rom eigene
Schulen zu errichten, richtete Leo unterm 25. März 1879 abermals ein
Schreiben an eben denſelben Kardinal, in welchem er demſelben anzeigte, daß

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