49 Beichten der Kinder. -- Belgien.
unterrichte) alle die 44 Fragen, welche der kleine KatechisSmus über das h.
Bußſakrament enthält, dur überſteigen die Faſſungskraft ſelbſt der begabteſten Schüler der Untertlaſſe. Es
iſt auch glülicherweiſe gar nicht notwendig, alle jene Fragen zu behandeln,
um die Kinder zu einer guten Beicht vorzubereiten. Der Katechet zeigt den
Kindern -- vom Beichtſtuhle und von dem, was die Leute daſelbſt thun, aus-
gehend -=- was das Sakrament der Buße iſt; er erfor|I dern deren Gewiſſen und erwe&t ſo in ihnen das Bewußtſein ihrer Sündhaftig-
keit und die Sehnſucht nach Verzeihung, dann leitet er fie zur Erwe>ung der
Reue an, wobei er ihnen da3 Beiſpiel des hl. Aloyſius vorhält, erwe>t mit
ihnen Reue, regt in ihnen das Verlangen nah Beſſerung an und gibt dem=
ſelben in beſtimmten Vorſätzen Ausdru>, hierauf macht er es ihnen vor, wie
ſie zu beichten haben, und belehrt fie über ihr Verhalten unmittelbar vor und
nah der Beicht: ſo kann er die Kleinen zu einem rec reihen Empfang des h. Bußſakramentes befähigen, wenn er auc< nur 10-12
Fragen des Katechi8mus lernen läßt, Bei der zweiten, dritten u. f. Durch-
nahme des Beichtunterri men, bi8 endlich die oberſten Shuljahre alle 690 Fragen des mittleren Kate-
-- Als Hilfsmittel zum Unterricht der Crſtbeihtenden können empfohlen wer-
den: Krawubßky, Doktor der Theologie und Katehet an der Breslauer Dom=-
ſchule: Anleitung zum erſten Beichtunterriht der Kinder. Freiburg, Herder
1874, 10 33. Falk, Dr. Fr., Die erſte Kinderbeichte. Amberg, Habbel
3. Aufl. 1876. 20 3. Kloſe, J., Beichtunterricht zur Vorbereitung der Kinder
auf den erſten Empfang des Bußſakramentes mit einer Anleitung zur Ge-
wiſſen3erfor|hung. Neiſſe, Huch. 15 3. Vogl, Aloys, Kurzer Beicht-
unterricht für Erſtbeihtende. Mörsdorf 1881. Verlag der Katechet. Blätter.
Erſter Beichtunterric TJ der Erzdiözeſe Freiburg. Sigmaringen 1883, Liehner, cart. 30 &. Sdöne
Fingerzeige gibt Köſterus im achten Kapitel ſeiner Schrift: Zur Seelſorge
der Schulkinder. Köln und Neuß, Schwann. 2. Aufl. 1878. 4 1. Einen
intereſſanten Beitrag bietet ein Aufſatßz in den Katechet. Blättern : Der Beicht-
vater der Kinder na< F. Dupanloup (1876, Nro. 5), ſowie ein weiterer
Auffaßz in denſelben Blättern 1883 Nr. 4--6. Aus3 dem Franzöſiſchen wurde
überſetzt: Segur, de, Praktiſche Ratſ Mainz 1882. Kirchheim. 20 43.
Belgien. (Bd. 1, 240). Wohl in keinem Lande iſt die Shulfrage
ſo ſehr in einen Shulkampf ausgeartet, als in Belgien. Dieſes Land, in
dem das Parteiweſen einen anderswo ungeahnten Grad von Ausbildung er-
langt hat, iſt ſeit Jahren der Shauplaß eines erbitterten und mit allen zu
gebote ſtehenden Mitteln geführten Kampfes. „Wer die Schule hat, dem ge=
hört die Zukunft,“ Das iſt auch hier die Loſung. Schon im Jahre 1863
gab die belgiſche Freimaurerei allen ihren untergeordneten Logen den Befehl,
einen Geſeßzesvorſhlag über die Elementarſchulen aus8zuarbeiten. Jm „Jahre
1864 brachte ein Mitglied derſelben Loge, Van Humbeed>& zu Antwerpen,
einen Toaſt aus, in dem er verſicherte, den Leichnam des Katholiziömus dem
Grabe näher gebrac des Unterrichtes“ ſein Glas leerte. Derſelbe Mann wurde zur Ausführung
dieſer Reform beſtimmt. Nachdem im Zuni 1878 die Wahlen für die Katho-
lifen unglüdlich abgelaufen waren , ſah ſic< das katholiſ Malou genötigt, zurüzutreten. Ihm folgte ein liberales Miniſterium , in
welchem der genannte Van Humbeed als erſter Unterricht8miniſter

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