62 BosSnien. =-- Braſilien.
Bücher und Shreibrequiſiten. Die Aufſicht ſollen die Bezirk8- und
wenn notwendig auch die Gemeindebehörden führen. Das läßt ſich nur dahin
erflären, daß die Bezirk8behörden über die Bezirksſchulen, die Gemeindebehörden
über die Gemeindeſchulen die Aufſicht führen. Die Regierung errichtete auch
im Herbſte 1879 in Sarajewo eine zweiklaſſige Schule für Kinder von 7--10
Jahren, in welcher Unterricht im Leſen und Schreiben erteilt wird und be-
ſoldete den Lehrer aus Landesmitteln. Bis 1881 hatte die Regierung 24
und die Gemeinden 14 Volksſhulen errichtet. Dieſe 38 Schulen wurden
1880/81 von 2067 Schülern (282 mohammedaniſchen , 914 katholiſchen, 756
griehiſhen und 115 jüdiſchen) beſuc 2 Lehrerinnen. Unter den Lehrern befanden ſich 13 Lehrer mit einem Lehr-
veſühigungszeugnis, 1 mit einem Reifezeugnis, 1 Geiſtlicher, 23 Unteroffiziere.
Unter den Lehrerinnen ſind 1 Eingeborene als Leiterin der katholiſchen Mäd-
wirklichen Lehrerperſonals betrugen 1881 bei 3 Lehrern je 1000 fl., bei 4 Leh-
rern je 700 fl., bei je einem Lehrer 630, 600, 500, 450, 420 und 400 fl.
Von den Lehrerinnen bezog eine 1000, eine 600, und eine 200 fl. öſterr.
Währung Jahres8gehalt. Die Unteroffiziere erhielten eine Zulage von 150 fl.
nebſt freiem Quartier und Garten. Der gegenwärtige Landeskommandierende
Feldmarſchalllieutenant Strans8ky wohnte 1881 jelbſt den Shulprüfungen
in Sarajewo bei und verteilte Prämien an die Schulkinder. Auch ein drei=
flaſſfiges Realgymnaſium wurde in Sarajewo errichtet, und um den Söhnen
der Beamten und Offiziere eine Vorbildung für das Kadetteninſtitut und die
Mittelſchule zu ermöglihen, wurde ein Knabenpenſionat errichtet, deſſen Lehrer»
perſonal (Aufſicht3perſonal ?) aus einem Oberlieutenant und 5 Unteroffizieren
beſteht. 1881 hatte dasſelbe 71 Zöglinge. Am 1. Okt. 1882 wurde auch
ein achtklaſſiges Gymnaſium eröffnet. Ebenſo wurde eine Aushilfslehreranſtalt
zur Bildung von Lehrern errichtet. An mohammedaniſchen Sculen beſtehen
gegenwärtig 42 Medreſſen und 631 Mehtebs mit 72,754 Scülern.
Braſilien und die übrigen füdamerikaniſchen Staaten. Braſilien iſt
8,387,218 qkm groß mit 11,780,000 Einwohnern, worunter 1 Million
freie Indianer und 1,400,000 Negerſklaven, welche aber ausſterben werden,
da nach einem Geſetze von 1871 alle Kinder von Sklaven frei geboren werden.
Das Land ſelbſt iſt faſt die Hälfte von Südamerika, beinahe 16 mal ſo groß
als Frankreich und hat 7500 km. Küſte, an der die Stätten der Kultur ſich
befinden, während ?/, Gebirg8-= und Hochland ſind. Ein Unterrichtsweſen be-
ſteht nicht nur, ſondern die Regierung gibt auch ſehr viel Geld für Unter-
ric Unterrichtsöweſen8 aus. Die Nachrichten find ſehr unſicher, worüber wir uns
nicht wundern dürfen, wiſſen doch die Berichterſtatter nicht einmal, in wie viel
Provinzen das Land eingetheilt iſt, und geben einige 20, andere 21 und
wieder andere 22 an. So ſagen auc die einen Berichte : „1879 hatte Braſilien
2,945,000 Kinder im Alter von 6--16 Jahren. Die Zahl der Schüler in
den öffentlichen Schulen betrug 1881 200,000. Die bemittelteren Klaſſen
ſchien jedoch ihre Kinder in Privatſchulen, deren e3 zweimal mehr als öffentliche
Schulen gibt, und welche von dreimal mehr Kindern beſucht werden, als dieſe. C3
giebt zweierlei öffentliche Schulen, Elementarſchulen und Oberſchulen. Jn erſtere
werden Kinder von 5--15 Jahren , in letztere von 12---18 Jahren aufge-
nommen. Die Knabenſ Lehrerinnen geleitet. Zu den Unterrichtögegenſtänden der Elementarſchulen
gehört Geometrie, Landvermeſſung, Zeichnen, Muſik und Turnen. Die Lehrer
werden von der Regierung ernannt und beziehen in den Städten ein Gehalt
von jährlich 700--960 Dollar38, wozu jedohH gewöhnlich freie Wohnung und die

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