China. "5
durc< die Zulaſſung der ausländiſchen Geſandten in Peking die Regierung ſelbſt
in die Notwendigkeit verſeßt, eine Dolmetſcherſchule zu gründen und ſieben
Ausländer nebſt vier Chinejen als Lehrer an derſelben anzuſtellen. Die Zahl
der Schüler ſoll gegen 100 betragen. Viele Chineſen machen gegenwärtig ihre
Studien in England , Deutſhland und Amerika. Die ſendet junge Leute, und ſogar Militärs, um die europäiſchen Bildungs= und
Regierungsverhältniſſe kennen zu lernen, und ſo wird die Zeit auch nicht mehr
ferne ſein, wo der große Zopf wird abgeſchnitten werden, wenn die kleinen Zöpfe
auch no ſamen doch ſtetigen Fortſchritte der Miſſionäre bei, die mit dem Chriſtentum
zugleiß Kenntniſſe verbreiten. Leo XI11. hat 1880 das ganze Land in fünf
Kreiſe eingeteilt, welche wieder in 27 apoſt. Bikariate zerfallen, die wieder aus
einzelnen Miſſion3sdiſtrikten beſtehen. Die verſchiedenſten Orden und geiſtlichen
Genoſſenſchaften arbeiten auf dieſem ungeheueren Felde. So haben 3. B. die
Lazariſten allein 491 Schulen, freilih mit nur ungefähr 6274 Schülern. Die
größte Wirkſamkeit haben die Jeſuiten. E35 ſoll hier nur ein Bli in eines der
27 apoſt. Vikariate geworfen werden, in das von Kiangnan, in welches die zweite
Stadt des Reiches Nanking gehört. Kiangnan begreift fünf jolcher
Diſtrikte in ſich: Nanking, Su-tſen, Song-kong, Ne-wei und Hai-
men. In der Stadt Nanking beſteht ein Knabenpenſionat mit 24 Zög=
lingen, eine Schule für Nichtpenſionäre (28 Zöglinge) , ein Madcenpenſionat
und ein Waiſenhaus. Ju Jang-ÖIHEn nnd zwei WBaifenhäufer, worunter eines
mit 33 Yeadchen : eine Schule mit 51 Kindern, worunter 33 von heidniſchen
Eltern. Tie Miſſion von Ningko zählt 22 Schulen mit 337 Schülern. Im
Miſſionsdiſtrikt Su - tſeu ſind drei Knaben- und drei Mädchenpentſionate.
Song - kong hat ein Knaben- und drei Mädchenpenſionate und eine große An-
zahl Schulen. 1874 wurden in einem Jahr über 20 Schulen gegründet.
Auf Hai=-men beſteht ein Knaben- und ein MädHenpenſionat und zwei
kleine Waiſenhäuſer, auf Tſong - min ein Knaben - und ein Mädchenpenſionat,
ein großes und ein kleines Waiſenhaus. In Ne-wei ein Waiſenhaus. In
Si-ka-wei arbeiten ſieben europäiſche und zwei ei ngeborene Miſſionäre und
beſtehen dort das Ignatius = Kolleg, ein kleine3 Seminar , eine Schule mit 40
Kindern und ein Waiſenhaus, das von 1848 bi3 1874 über 2000 Knaben
aufgenommen hat. 1874 hatte die Anſtalt jo viel Kinder unterzubringen, daß
ſie 80 bei Handwerkern in die Lchre thun mußte. Die Knaben erlernen im
Waiſenhauſe verſchiedene Handwerke : ſie werden Buchdruer, da mit den!
PDauje eine Druckerei verbunden iſt, Holzſchnizer, Bildhauer, Anſtreicher, Moler,
Schuſter, Schneider, Schreiner, Drechsler, Barbiere. Wenn ſie ihr zwanzigſtes
Zahr zurückgelegt baben, können ſie leic ernähren. Sie bleiben auch na< dem Austritt nocß in Verbindung mit dem
Waiſenhauſe. Nicht weit vom Kolleg befindet ſich ein metcorologiſ vatorium, in welchem von einem Pater von morgens 4 bis abends 10 alle
drei Stunden Beobachtungen gomacht werden über Barometerdru>, Temperatur,
das hygrometriſche Verhältnis, den Wind, die Wolkenmengen, den Ozongehalt
der Luft, ſowie magnetiſche Beobachtungen. Ein anderer Pater durcſtreift drei
Vierteile des Jahres das Aufenthaltsgebiet, ſowie das Gebiet der Nachbarpro-
vinzen und ſammelt alles, was ihm zu Waſſer und zu Land aufſtößt,
namentli< Vögel , Fiſche , Muſcheln und Pflanzen. Zn den drei Monaten,
welche er zu Si=ka= wei zubringt, ordnet und beſtimmt ex, was er auf ſeinen
Streifzügen gewonnen. Auch ein Yiädchenpenſionat und eine Schule für aus-
wärtige Kinder beſteht in Si - ka - wei. =- In Schanghai, wo vicr Pfarreien
ſind, befinden ſic< an der Kathedrale eine Knabenſchule mit ungefähr achtzig,
und eine Mädchenſchule mit mehr als achtzig Schülern, außerdem ſind noch
drei kleinere Schulen in der Pfarrei mit ungefähr vierzig Schülern. In der

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