u EN ANE
der Nationen wurde, hatte dieſe führende Stellung im geiſtigen
Leben bei den wirtſchaftlich hoch entwielten italiſchen Verhältniſſen
ſchon ſeit geraumer Zeit. Als die Kreuzzüge begannen, war Venedig
bereits die bedeutendſte Seemacht des Mittelmeeres, und bald wurde
Genua ihm eine gefährliche Rivalin. Im Binnenlande erſtand Mai-
land ſchöner und mächtiger als vordem aus ſeinen Trümmern. Piſa
entriß den Sarazenen Korſika und Sardinien, und bald wetteiferte
mit ihm und übertraf es Florenz. Ein ſtolzes Geſchle dieſen Städten heran. Männer, die den Kiel ihrer Schiffe weit über
das Meer trieben, die mit ihren Saumtieren auf ſteilem Pfad über
die Berge gingen, und die im Notfall auch ihre Waren mit dem
Schwerte zu ſchüßen vermochten. Männer aber auch, deren Sinn
weit wurde im fremden Land, deren Ideen- und Vorſtellungswelt
ſich dehnte mit dem Kreis, den ihr Mut ihnen ſ und ihr Geld. Männer, für die nicht nur die Reichtümer des Oſtens
Bedeutung erhielten und die Möglichkeiten des Gewinns, ſondern
denen auch die für die Fremden halb verſchleierte Welt des Orients
ihre Geheimniſſe enthüllte, und denen der heiße Atem des morgen=
ländiſchen Lebens und die zauberiſche Schönheit ſeiner Dichtung und
Kunſt Herzen und Sinne erfüllte. Ein ſtolzes, ſelbſtbewußtes Ge=
ſ dem Ritterſtand der Überzeugung lebte, ſeine Kraft und ſeinen Wage-
mut an nichts Wertloſes zu verſchwenden. -- So erhielt das Leben
auch für dieſe Menſchen einen neuen Inhalt, und bald begannen auch
jie, das Daſein zu ſhmü>en. In den Städten dieſes Kaufmanns=
ſtandes erblühte die Renaiſſance, und Florenz wurde die Stadt des
Lebens. Das Bürgertum iſt der zweite Stand des Abendlandes,
der in ſich ſelbſt und ſeiner Arbeit dem Irdiſchen eine Stellung
errang neben dem Himmliſchen. --
Kapitel 2.
Die Bekehrung des heiligen Franz.
Zu Beginn der zweiten Stunde ſtellen die Schülerinnen vom Katheder
aus das während der erſten gewonnene Material in freiem Vortrag no<
einmal zuſammen. Dabei wird es ſich empfehlen, in vereinzelten Fällen

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.