Amtlicher Teil | 195
158. Reichslager für Beamte in Bad Tölz,
Unter Bezugnahme auf meinen Runderlaß vom
25. Auguſt 1938 -- Z 11a 2624 II -- (RMin.-
AmtsblDtſchWiſſ. S. 415) weiſe ich nochmal3 darauf
hin, daß die zu den Lehrgängen Einberufenen bei
Antritt des Lehrgangs ein ärztliches Zeugnis über
ve erfolgte ärztlihe Unterſuchung beizubringen
aben.
Dtſch Wiſſ. veröffentlicht.
Berlin, den 16. März 1939.
Der Reichsminiſter
ſür Wiſſenſchaft, Erziehung und Volks8bildung.
Im Auftrage: Kuniſ<.
An die Unterrichtsverwaltungen der Länder (einſchl.
Oſterreich), den Herrn Reichsſtatthalter (Staats-
verwaltung) in Hamburg, den Herrn Reichs-
kommiſſar für das Saarland in Saarbrücken
und die Herren Vorſteher der nachgeordneten
Reichs- und preußiſchen Dienſtſtellen. -- Z ll a
(RMinAmtsblDtſc b) Für Preußen
Wiſſenſchaft
a) Für das Reich
159, Neuordnung des tierärztlichen Studiums
(Tierärztliche Studienordnung).
3m BVerſolg meiner Beſtrebungen zur Ver-
fürzung der Geſamtausbildungs8zeit der akademiſchen
Berufe, die aus bevölkerungspolitiſ ſchaftlichen Gründen unabweis8bare Notwendigkeit
geworden iſt, habe ih mich im Benehmen mit
dem Herrn Reichsminiſter des Innern entſchloſſen,
auc< eine Neuordnung des veterinärmediziniſchen
Studiums vorzunehmen, die ich durch die vei-
liegende Studienordnung mit Wirkung vom 1. April
1939 ab in Kraft ſeße. |
| Neben der Ausdehnung auf Öſterreich bringt
die Neuordnung eine Verkürzung der Studienzeit
um ein Semeſter. |
Wegen der notwendigen Änderungen der Be-
ſtallungsordnung für Tierärzte wird der Herr
Reichsminiſter des Innern das Weitere veranlaſſen. .
Er wird gleichzeitig im Einvernehmen mit mir
prüfen, inwieweit auch eine Verkürzung der in der
Beſtallung8ordnung für Tierärzte vorgeſchriebenen
prattiſchen Ausbildungs8zeit vorgenommen werden
ann.
Die Rektoren der Tierärztlihen Hochſchulen
bzw. die Dekane der Fakultäten haben für eine
ordnungsmäßige Durchführung der Studienordnung
Sorge zu tragen. Jnſonderheit wird es ſich im
Hinbli> auf den unterſchiedlihen Beginn des
Studiums (ſowohl im Sommerſemeſter wie im
Winterſemeſter) nach den Erfahrungen der leßten
Dieſer Erlaß wird nur im RMinAmtsbl.
Jahre im Intereſſe der Studierenden empfehlen,
die Hauptvorleſungen des propädeutiſchen Semeſters,
alſo des nunmehrigen vierten Studienhalbjahres,
während einer Übergangszeit doppelt, d. h. im
Winter wie im Sommer, zu leſen. |
Soweit die ordnung8mäßige Durchführung der
Studienordnung die Erteilung beſonderer Lehr-
aufträge notwendig machen ſollte, erſuche ich,
unter ausführlicher Begründung entſprechende An-
träge zu ſtellen. Dabei mache ich darauf auſ-
merkſam, daß die naturwiſſenſchaftlihen BVoxr-
leſungen über Phyſit, Zoologie und Botanik,
ſoweit eigene Lehrkräfte an den Tierärztlichen
Hochſchulen oder Fakultäten hierfür nicht zur Ver-
fügung ſtehen, von den zuſtändigen Fachvertretern
anderer Fakultäten unter Berücjichtigung der Be-
dürfniſſe der Studierenden der Veterinärmedizin
gehalten werden können.
In einer Übergangszeit bis zum 30. September
1939 kann der Rektor der Tierärztlichen Hochſchule
bzw. der Dekan der Fakultät diejenigen Ab-



' weichungen von dem Studienplan geſtatten, die
erforderli) ſind, um unbillige Härten zu ver-
meiden. Dabei iſt Sorge zu tragen, daß etwaige
Abweichungen vom Studienplan auch bei einem
Wechſel der Hochſchule nicht zu einer Verlängerung
der Studiendauer für die jekt Studierenden führen.
Berlin, den 11. März 1939.
Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
In Vertretung: Zſc An 3) die Veterinärmediziniſc Univerſität Berlin, b) den Herrn Rektor der
Tierärztlihen Hochſchule in Hannover, ce) das
Bayeriſc Kultus in München, 4) den Herrn Leiter des
Sächſiſchen Miniſteriums für Voltksbildung in
Dresden, e) den Herrn Reichsſtatthalter in Heſſen
(Landesregierung) in Darmſtadt, kt) den Herrn
Reichsſtatthalter in Öſterreich (Miniſterium für
innere und kulturelle Angelegenheiten, Ab-
teilung IV) in Wien. -- Zu e-4: Der Tier-
ärztlichen (Veterinärmediziniſchen) Fakultät bzw.
der Tierärztlichen Hochſchule in Wien habe ich
der Eilbedürftigkeit halber Abſchrift dieſes Ex-
laſſes unmittelbar zugehen laſſen. = W J
1170 (b).
(RMinAmtsblDtſch Wiſſ. 19389 S. 195.)
7 Anlage.
Tierärztli A. Richtlinien.
1. Das tierärztliche Studium erfordert eine
Studienzeit von mindeſtens ac kann an der Univerſität in Berlin, der Tierärztlichen
Hochſchule in Hannover, der Univerſität in Gießen,
der Univerſität in Leipzig, der Univerſität in
München und der Tierärztlihen Hochſchule in
Wien abgeleiſtet werden.
2. Die Tierärztliche Studienordnung ſoll dem
Studenten der Veterinärmedizin die Möglichkeit

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