2380 3. Amtlicher Teil

202. Militäriſche Übungen der Lehrkräfte.
Im Intereſſe des Unterrichts und zur Ex-
ſparung von Vertretungskoſten muß beſonderer
Wert darauf gelegt werden, daß Lehrkräſte
militäriſche Übungen möglichſt nur in den Ferien
ableiſten. Das Oberkommando des Heeres hat
deShalb durch Erlaß vom 1. September 1938
--- GenSt. d. H. 11. Abt. 3300/38 PA (4) 7100/38 --
angeordnet, daß Angehörige der Lehrberuſe und
Studierende im allgemeinen nur in den Ferien
zu Übungen einberufen werden ſollen. Ergänzend
hierzu hat mix das Oberkommando des Heeres
mitgeteilt, daß es ſich zwar nicht durchweg wird
vermeiden laſſen, daß Lehrer wie andere Angehörige
des Beurlaubtenſtandes auch außerhalb ihrer Ferien
einberufen werden, daß aber, ſoweit eine Per-
ſönlichfeit ohne Schädigung militäriſcher Intereſſen
durc eine andere erſeßbar iſt, vorgebrachten
Wünſchen auf Grund der beſtehenden Beſtimmungen
Dur die Wehrerſaßdienſtſtellen entſprochen werden
ann. |; |
I< erwarte, daß die Lehrerſchaft ſelbſt beſtrebt
ſein wird, Einberuſungen für Zeiten zu erhalten,
die mindeſtens zum erheblichen Teil in die Ferien
fallen, und von ſich aus, ſoweit möglich, verſucht,
einen hiernach geeigneten Einberuſungstermin zu
befommen. Jm übrigen ordne ich an, daß Lehr-
kräfte, ſobald ſie einen Einberufungsbeſehl zu
einer militäriſchen Übung erhalten, den Antrag
auf Beurlaubung hierzu unverzüglich auſ
dem vorgeſchriebenen Dienſtweg ihrer vorgeſeßten
Dienſtbehörde einreichen, damit gegebenenfalls von
dieſer bei der einberufenden Stelle rechtzeitig das
- "Erforderliche veranlaßt werden kann.
Berlin, den 3. April 1939.
Der Reichsminiſter “
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
In Vertretung: Zſ An die Unterrichtsverwaltungen der Länder (einſchl.
Öſterreich), den Herrn Reichskommiſſar für das
Saarland in Saarbrücken, den Herrn Reich8-
kommiſſar für die ſudetendeutſchen Gebiete in
Reichenberg. -- Für Preußen: An den Herrn
Stadtpräſidenten der Reich8hauptſtadt Berlin
(Abteilung für Volk8s- und Mittelſchulen und
Abteilung für höheres Schulweſen), die Herren
Oberpräſidenten (Abteilung für höheres Schul-
weſen) und die Herren Regierungspräſidenten. --
E ILb 200 E Ii, E Ile (b).
(RMinAmtsblDtſch Wiſſ. 1939 S. 230.)
203. Deutſches Leſebuch für Volksſchulen.
Zu Beginn des Sculjahres 1939/40 iſt auch
der lebte Band de8 neuen Leſebuches für Volks-
ſchulen einzuführen.
Wie aus den Berichten der Unterrichts8-
verwaltungen uſw. hervorgeht, iſt in mehreren
Fällen angenommen worden, das Leſebuch müſſe
von dem betreffenden Schülerjahrgang reſtlos
dur für Erziehung und Unterricht in der Volksſchule
ſteht das Leſebuch im Mittelpunkt des Unterrichts.
Das bedeutet für die Stoffaus8wahl, daß zunächſt
die Stoffe des Leſebuches herangezogen werden,
bevor zu anderen Büchern oder Scriften ge-
griffen wird.
Grundſaß bleibt jedoch, daß die Auswahl der
Leſeſtoffe den jeweiligen Verhältniſſen des Unter-
richts anzupaſſen iſt. Damit hier feine unnötigen
Schwierigkeiten entjtehen, fällt fünftig die Schuljahr-
bezeichnung auf den Leſebüchern weg. Das Leſebuch
für das 2. Schuljahr erhält die Bezeichnung:
1. Band, das Leſebuch für das 3. und 4. Schuljahr:
2. Band, das Leſebuch für das 5. und 6. Schuljahr:
3. Band, der neue, lebte Band iſt als 4. Band
bezeichnet.
Es iſt daran feſtzuhalten, daß der 1. Band
unter normalen Schulverhältniſſen im 2. Schuljahr
ausgeſchöpft wird; jedoch beſtehen keine Bedenken,
einzelne Stoffe in das nächſte Schuljahr zu über-
nehmen. Dies gilt auch für den 2. Band im 3. und
4, Schuljahr. Die Bände 3 und 4 bilden eine
Stoffeinheit für die vier oberen Jahrgänge. Zu
Beginn des 5. Schuljahres iſt der 3. Band, zu
Beginn des 7. Schuljahres der 4. Band zu be-
Ichaffen.
Soweit es die Verhältniſſe geſtatten, kann der
4. Band bereits zu Beginn des 6. Schuljahres
beſchafft werden. Den Schülern des 8. Schul-
jahres iſt im Schuljahr 1939/40 die Anſchaffung
freizuſtellen.
Berlin, den 3. April 1939.
- Der Reichsminiſter SEIT
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
Im Auftrage: Frank.
Andie Unterrichtsverwaltungen der Länder (einſchl.
Öſterreich), den Herrn Reichskommiſſar für die
ſudetendeutſ Yerrn Reichskommiſſar für das Saarland in
aarbrüfen, die Herren Regierungspräſidenten
und den Herrn Stadtpräſidenten der Reichs-
hauptſtadt Berlin (Abteilung für Volk8- und
Mittelſchulen) in Berlin. =- BE 11 a 763. -
(RMinAmtsblDtſch Wiſſ. 1939 S. 230.)
204, Einrichtung der Klaſſe 6 an der Zubringe-
| ſchule für Jungen.
In der lebten Zeit iſt mehrfach bei mir be-
antragt worden, entſprehend der Angliederung
einer 6. Klaſſe (hauswirtſchaftliche Form) an den
Zubringeſchulen für Mädchen allgemein auch an
Zubringeſchulen für Jungen die Einrichtung der
Klaſſe 6 zu genehmigen. I daran feſthalten, daß die Zubringeſchulen ſür
Jungen nur zwei bis fünf Jahrgänge umfaſſen.
Andererſeit8 verfenne ich nicht, daß dieſer Grund-
ſaß zu Härten führen kann, ſolange der Weg zu
den gehobenen mittleren Berufen noc<4 durch die
6. Klaſſe der höheren Schule führt. J< erkläre
mich de8halb damit einverſtanden, daß in einzelnen
Fällen auch die Klaſſe 6 an der Zubringeſc

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