Amtlicher Teil 231

eingerichtet wird, wenn die örtlichen Verhältniſſe
dieſe Ausnahme nötig machen.
Über die Anträge entſcheidet in den außer-
preußiſchen Landesteilen die zuſtändige Unterricht8-
verwaltung; bis zum 1, Oktober 1939 bitte ich
mir zu berichten, an welchen Jungenſchulen die
6. Klaſſe eingerichtet worden iſt. Für Preußen
ſind die Anträge mir vorzulegen.
I< bin bereit, in Preußen in den Fällen, in
venen die aus Gründen der Schulplanung nötig
erſcheinende Einrichtung einer Zubringeſchule auf
ſinanzielle Schwierigkeiten für den Unterhalts3-
träger ſtößt, im Rahmen der mir zur Verfügung
ſtehenden Mittel Zuſchüſſe zu gewähren. Ents-
jprechende Anträge ſind mir vorzulegen.
Berlin, den 24. März 1939.
Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
R uſt.
An die Herren Oberpräſidenten (Abteilung für
höheres Schulweſen), den Herrn Stadtpräſidenten
der ReichShauptſtadt Berlin, den Herrn Reich8-
fkommiſjjar für das Saarland in Saarbrücken
und die Unterrichtsverwaltungen der Länder. --
E IIla 120 (a).
(RMinAmtsbilDtſchWijſſj. 1939 S. 230.)
205. Scculgeldfreiſtellen.
Zum Bericht vom 9. Februar 1939 -- 111 Gen.
196/39 --,
Ich erkläre mich damit einverſtanden, daß die
Schulgeldfreiſtellen künftig in Zehnteln -- ſtatt in
Vierteln --, und zwar vom ungekürzten Schulgeld-
betrage, bewilligt werden. Die Freiſtellen können
in Höhe von */;5 bis zu 19/,6 des Schulgeldbetrages
gewährt werden. In den Fällen, in denen den
Erziehungsberechtigten Geſchwiſterermäßigung zu-
ſteht, treten ſie zu der nach den geſeßlichen Be-
mungen zu gewährenden Geſchwiſterermäßigung
inzu. |
Die Neuregelung der Geſchwiſterermäßigung
hat dazu geführt, daß kinderreiche Erziehungs-
berechtigte, deren ältere Kinder eine höhere Schule
nicht mehr beſuchen, für die jüngeren Kinder eine
geringere Geſchwiſterermäßigung erhalten, als ſie
ihnen nach der bisherigen Regelung gewährt wurde.
Zur Vermeidung von Härten erſuche ich, in ſolchen
Fällen im Rahmen der für Begabtenförderung
zur Verfügung ſtehenden Mittel eine Freiſtelle zu
gewähren, falls die Leiſtungen und da8 Geſamt-
verhalten der Kinder dies rechtſertigen.
Berlin, den 29. März 1939.
Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
Im Auftrage: Ehclicher.
An den Herrn Stadtpräſidenten der NReich3-
hauptſtadt Berlin (Abteilung für höheres Schul-
weſen). =- Abſchriſt zur KenntnisSnahme und ent=-
ſprechenden Veranlaſſung an die Herren Ober-
präſidenten (Abteilung für höheres Schulweſen),
den Herrn Reichskommiſſar für das Saarland
in Saarbrücken und die Unterrichtsverwaltungen
der Länder (ohne Oſterreich und Sudetenland). =
E III ce 340/39. |
(RMinAmtsblDtſchWiſſ. 1939 S. 231.)
206, Prüfung der Lehrer der Kurzſchrift.
Die Erfahrungen, die bei den Prüfungen der
Lehrer der Kurzſchrift gemacht worden ſind
(Prüfung3ordnung vom 21. September 1936
-- K 111 a 1660 E IIa, E IV, M --, RMinAmtsbl.
DUſchWiſſ. S. 436), laſſen es mir angezeigt exr-
ſcheinen, einige ergänzende Anordnungen zu treffen.
Die Prüfungsordnung hat ſich bewährt, die
| Leiſtungen in Kurzſchrift haben fich gebeſſert. Es
muß jeßt dahin geſtrebt werden, daß der Kurzſchrift-
unterricht künftig nur noch von Lehrkräften erteilt
wird, die die Kurzſchriftlehrerprüſung oder die
Prüfung an den Inſtituten für Bürowirtſchafts-
lehre der Handel3- und Wirtſchaft8hochſchulen ab-
gelegt haben. Dies gilt nicht nur für die Lehrer
an öffentlichen. und privaten Schulen ſowie für
die Privatlehrer, ſondern auch für die ſogenannten
„Unterricht8- und Übaungsleiter“. wGrundſäßlich
muß gefordert werden, daß jeder, der Kurz-
ſchriftunterricht erteilt odex Übungs8abende leitet
oder ſich als verantwortlicher Prüfer bei Leiſtungs-
Ichreiben betätigt, den Nachweis ſeiner Befähigung
durch erfolgreiche . Ablegung der Prüfung zu exr-
bringen hat.
In erſter Linie iſt der Unterricht in Kurzſchrift
von Berufslehrern zu erteilen. Wenn keine Lehrer
zur Verfügung ſtehen, können auch Nichtlehrer, -
die die Kurzſchriftlehrerprüfung beſtanden haben,
zum Unterricht zugelaſſen werden. Die Zulaſſung
hierzu erfolgt nach den Vorſchriften über die Ex-
teilung von Unterrichtöerlaubnisſcheinen. JInfolge-
deſſen iſt der Vermerk „Berechtigt nicht zum Untexr-
richt an Schulen“ künftig nicht mehr in die Prüfungs-
zeuqniſſe der Nichtlehrer aufzunehmen.
Zur Vereinfachung der Zulaſſung von Lehrern
zur Kurzſchriftprüfung bin ich damit einverſtanden,
daß bei Lehrern im Amt auf die Beibringung einer
Geburt3urfunde und der Urfunden für den deutſch-
blütigen Nachweis verzichtet wird. Es iſt ſtatt
deſſen eine eidesſtattliche Erklärung zu den Alten
zu nehmen. Bei Nichtlehrern kann auf den Nachweis
nicht verzichtet werden, er iſt naß den für Beamte
vorgeſchriebenen Beſtimmungen zu erbringen.
Gemäß 8 2 der Prüſungs8ordnung habe ich
mir die Zulaſſung von Nichtlehrern zur Prüfung
vorbehalten. J< Übertrage nunmehr den Untexr-
richtöverwaltungen der Länder und in Preußen
den Oberpräſidenten, dem Stadtpräjidenten der
ReichöShauptſtadt Berlin und den Regierungs8-
präſidenten die Entſcheidung Über die Zulaſſung.
Bei der Zulaſſung iſt folgendes zu beachten:
Cs fönnen nur Bewerber (Bewerberinnen) zu-
gelaſſen werden, die das 21. Lebensjahr vollendet
haben. Jeder Bewerber hat bei der Meldung zur
Prüfung anzugeben, ob ex ſich bereits früher bei
einem anderen Prüfungsausſchuß einer Prüfung

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.