232 Amtlicher Teil

nac< der Prüfungs8ordnung vom 21. September
1936 unterzogen hat oder von einem Prüfungs-
ausſchuß zurückgewieſen wurde. (Eidesſtattliche
Verſicherung.) Bei der Prüfung der pädagogiſchen
Fähigkeiten gemäß 8 1 der Prüfungs8ordnung iſt
ſorgſam zu verfahren.
Die Zahl der geprüften Lehrer und Nichtlehrer
iſt mix am 1. Mai j. J38. zu melden.
Mit den Prüfungen ſind bisher ſ von mehreren Prüfungsausſchüſſen Einführungs-
lehrgänge verbunden worden. Da infolge der
Verſchiedenartigkeit der Prüflinge eine gewiſſe
Auzrichtung angebracht iſt, empfehle ich, Überall
jolhe Lehrgänge einzurichten. E53 iſt jedoch nicht
zuläſſig, die Teilnahme an einem Lehrgang zur
nerauSjeßung für die Zulaſſung zur Prüfung zu
maohen.
Damit den eingerichteten Prüfungs8ausſchüſſen
eine möglichſt gleichmäßige Arbeit8grundlage ge-
geben wird, iſt darauf zu achten, daß die Prüflinge
dem BPrüfungs8ausſchuß zugewieſen werden, der
ihrem Wohnort am nächſten liegt.
Prüfung3ausſchüſſe beſtehen zur Zeit in
München, Bayreuth, Dres8den, Stuttgart, Karl3-
ruhe, Weimar, Hamburg, Darmſtadt, Braunſchweig,
Lübe>, Königsberg, Berlin, Stettin, Breslau,
Magdeburg, Hannover und Köln.
- . - 8 4 der Brüfung38ordnung erhält folgenden
Zuſaß?
Erſahrungsgemäß haben die Berufslehrer
nicht immer die Gelegenheit zum Üben hoher
Geſchwindigkeiten wie die in der Praxis ſtehenden
- Nichtlehrer. I< ordne daher hiermit an, daß
vor der Anſage von 5 Minuten Dauer im
ſteigenden Zeitmaß von 150 bis 180 Silben noh
eine Anſage im Zeitmaß von 140 bis 150 Silben
gegeben wird. Sofern der Prüfling hierbei
ausreichendes Können nachweiſt, muß auch ſeine
Schreibfertigkeit in Eilſchrift als ausreichend
bewertet werden, ſo daß er bei guten Leiſtungen
in den vorhergehenden Anſagen immer noch die
Geſamtnote „Befriedigend“ für Schreibfertigkeit
erreichen kann. Weiſt der Prüfling auch noch
einwandfreie Leiſtungen bei der Anſage von
150 bis 180 Silben nah, ſo iſt ſeine Bewertung
entſprechend zu verbeſſern.
Die Bewertung der Prüſungsarbeiten (8 5
der Prüfungs8ordnung) hat künftig na ſtimmungen meine38 Runderlaſſes vom 6. Auguſt
1938 --E Ib 27 --- (RMinAmts8blDtſchWiſſ. S. 377)
zu erfolgen: 1 = Sehr gut, 2 = Gut, 3 = Be-
ſriedigend, 4 = Ausreichend, 5 = Mangelhaft,
6 = Ungenügend. Für die Geſamtbeurteilung
gelten ebenfalls die Anordnungen des Erlaſſes
vom 6. Auguſt 1938.
Nach den Bewertungsgrundſäßen des 8 5 beſteht
die Möglichkeit, daß ein Prüfling troß mangelhafter
Leiſtungen auf einem Gebiet (3. B. Geſchichte
der Kurzſchrift oder Eilſchrift) die Prüfung beſteht.
Vielfach ſtehen auch lückenhaſten Kenntniſſen auf
einem beſtimmten Prüfungsgebiet gute Leiſtungen
auf den anderen Gebieten gegenüber. Auch in
dieſen Fällen kann bei dem Ziehen des Geſamt-
durc ſtanden erklärt werden. I< halte dies für un-

zwedmäßig und ordne daher an, daß in Zukunft
davon abgejehen wird, einen Geſamtdurchſchnitt
der Leiſtungen zu ziehen und demnach zu werten.
Der Prüfling iſt vielmehr zu veranlaſſen, die
Rücken auf dieſem einen Gebiet in einer an-
emeſſenen Zeit auszufüllen und den Nachweis
hierfür in einer ſpäteren Prüfung zu erbringen.
In ſolhen Fällen iſt ein befriſtetes vorläufiges
Zeugnis auszuſtellen, das dann nach Beſtehen der
Nachprüfung dur< ein endgültiges zu erſezen iſt.
Berlin, den 5. April 1939.
Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
Im Auftrage: Holfelder.
An die Herren Oberpräſidenten (Abteilung für
höheres Schulweſen), den Herrn Stadtpräſidenten
der Reich3hauptſtadt Berlin (Abteilung für Volks8-,
Mittel-, höhere und Berufs8- und Fachſchulen),
die Herren Regierungspräſidenten, den Herrn
Reichsfommiſſar für das Saarland in Saar-
brüden, die Unterricht8verwaltungen der Länder
(außer Preußen), den Herrn Reichsöſtatthalter in
Öſterreich in Wien (durch den Herrn Reichs8-
fommiſſar), das Miniſterium der inneren und
tulturellen Angelegenheiten (Abteilung IV) in
Wien und den Herrn Reichskommiſſar für -die-
[udetendeutſchen Gebiete. -- E Ila 25 Ela,
(RMinAmtsblDtſch Wiſſ. 1939 S, 231.)
207. Aufnahme der Stüler in die höhere
Schule,
E53 erweiſt ſich als notwendig, auf die folgenden
Richtlinien für die Aufnahme von Schülern in
die höhere Schule zuſammenfaſſend hinzuweiſen.
1. Bei der Anmeldung iſt außer den ſonſtigen
Papieren des Schülers (Geburtsſchein uſw.) in
jedem Falle ein Abgangs8zeugnis der bisher be-
ſuchten Schule vorzulegen.
2. Der Übergang von einer öffentlichen oder
anerkannten privaten höheren Schule zur anderen
erfolgt ohne Aufnahmeprüfung und Probezeit.
Jedes Abgangs8zeugnis8, das zum Verſeßzungs8-
termin ausgeſtellt wird, muß die Bemerkung ent-
halten, daß der Schüler verſeßt worden iſt oder
das Klaſſenziel nicht erreicht hat. Fehlt dieſer
Vermerk, jo kann das Zeugnis nicht als gültiger
Au3sweis für den Übergang zur neuen Schule
anerkannt werden. Der Schulwechſel darf keines-
falls zu einer Umgehung der Beſtimmung bei-
tragen, daß ein ſißengebliebener Schüler während
eines ganzen Schuljahres den Unterricht8gang
ſeiner biSherigen Klaſſen wiederholen muß.
Verläßt ein Schüler kurz vor dem Verſeßzungs3-
termin die Schule und geht er mit einem für die
Verſezung nicht ausreichenden Zeugnis zu einer
anderen höheren Schule Über, ſo darf er nicht in
die nächſthöhere Klaſſe auſſteigen oder üÜber-
nommen werden. |
Über Aus8nahmefälle entſcheidet die obere Schul-
behörde.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.