484 Amtlicher Teil
491, Reifezeugniſſe und Abgangszeugniſſe
der Höheren Schulen.
„m Nachgang zu den Anordnungen über Sonder-
1eifeprüfungen und Abgangszeugniſſe der Höheren
Schulen verfüge ich ergänzend:
1. Von Sonderreiſeprüfungen für Schüler und
Schülerinnen der üöffentlichen und der als Erſaß
ſolcher anerfannten privaten Höheren Schulen iſt
allgemein abzuſehen.
Schüler und Schülerinnen anderer Schulen
müſſen wie Nichtſchüler behandelt werden. Über
die Zulaſſung dieſer zur Reifeprüfung und den
Termin ſolcher Prüfungen entſcheidet der Ober-
präſident (Abteilung für höheres Schulweſen), der
Stadtpräſident der Reichshauptſtadt Berlin (Ab-
teilung für höheres Schulweſen) bzw. die Unter-
richtsverwaltung des Landes. |
2. Das einem Schüler 'der Klaſſe 8 bei der
Einberufung zum Heeresdienſt auszuſtellende Ab-
gang8zeugnis gilt als Reifezeugni83, wenn es den
Vermerk erhält: „Dem Schüler wird auf Grund
der nachgewieſenen Einberufung zum Heeresdienſt
gemäß Erlaß des Herrn Reichsminiſters für Wiſſen-
ſchaft, Erziehung und Volksbildung vom 8. Sep-
tember 1939 -- E I1la 1947 W, RV (b) -- die
Reife zuerkannt. (Datum, Unterſchrift des Scul-
leiter3 und Amtsſiegel.)“
Dieſer Vermerk darf nur gegeben werden, wenn
Führung und Klaſſenleiſtung des Schüler3 es recht-
fertigen.
3. In allen anderen Fällen wird vorzeitig
abgehenden Schülern ein einfaches Abgangs3zeugnis
ausgeſtellt.
Verläßt ein Schüler oder eine Schülerin vor-
zeitig die Klaſſe 8, um Kriegshilfsdienſt zu leiſten,
jv erhält das 'Abgang38zeugnis bei Würdigkeit des
Schülers oder der Schülerin nachträglich,
d. h. am Schluß des Schuljahres, ſinngemäß den
unter 2 gefennzeichneten Vermerf, wenn der
Schüler oder die Schülerin eine Beſcheinigung
über pflichtgetreue Arbeit in wichtigem Kriegs-
hilfsdienſt für den geſamten Zeitraum bis zum
Schluſſe des Schuljahres beibringen kann. Der
Vermerk lautet“ „Dem Scüler (der Schülerin)
wird auf Grund des Erlaſſes vom 8. September
1939 -- E Ila 1947 W, RV (b) -- die Reife
zuerkannt.“ -
Die Entſcheidung darüber, was nach den ört>-
lichen Verhältniſſen als wichtiger Kriegshilfsdienſt
angeſehen werden Darf, trifft der Oberpräſident
bzw. die Unterrichtsverwaltung des Lande3.
4. Die Schülerinnen der Oberſchulen für
Mädchen, die gemäß Erlaß vom 7. Juli 1939
-- E I11 a 1486 -- (Deutſch. Wiſſ. Erziehg.
Volksbildg. S. 422) die Reifeprüfung nach neun
Schuljahren im Januar 1940 ablegen ſollten,
werden ſchon jezt aus der Schule entlaſſen. Sie
erhalten das Reifezeugnis ohne beſondere Prü-
fung, went dieſe Zuerkennung nah Führung und
Leiſtung der Schülerin möglich iſt. Das Zeugnis
wird erſt am Schluß des Schuljahres 1939/40
ausgehändigt, und zwar nur dann, wenn die
Scülerin nachweiſt, daß ſie ſich in der Zwiſchen-
zeit im Hilfsdienſt irgendwelcher Art (Hilſe in
kinderreichen Familien, Hilfe in der Landwirt- /
Jchaft u. ä.) betätigt hat.
Kann die Reife nicht zuerkannt werden, ſo tritt
die Schülerin in die Klaſſe 8 zurük. Bei vor-
zeitigem Abgang aus der Schule erhält ſie in
dieſem Fall ein einfaches Abgangs8zeugnis.
Berlin, den 8. September 1939.
Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
In Vertretung: Zſc An die Herren Oberpräſidenten (Abteilung für
höheres Schulweſen), den Herrn Stadtpräſidenten -
der ReichShauptſtadt Berlin (Abteilung für höheres
Schulweſen), den Herrn Reichskommiſſar für
das Saarland in Saarbrücken und die Unter-
richtsverwaltungen der Länder (einſchl. Oſtmark
und Sudetengau). -- EB 11a 1947 W, RV (b).
(Deutjc<. Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. 1939 S. 484.)
492, Exrgänzungs8- und Ausführungsbeſtim-
“mungen zu den Grundbeſtimmungen über die
Ausbildung für das Lehramt an Ländlichen
Berufsſchulen vom 28, Juni 1938 -““ EV 6101/6 --
und für die Ordnung der Staatsprüfung für
das Lehramt an Ländlichen Berufsſchulen.
Zu 8 1. -
1. Volksſchullehrer, die mindeſtens fünf Jahre
an Ländlichen Berufsſchulen tätig geweſen ſind
und ſich nachweislicg in dieſer Arbeit bewährt
haben, können zwe>8 Übernahme als hauptamt-
licher Berufsſc dem einjährigen Ausbildungs8gang befreit werden.
Der Antrag iſt mit kurzem Lebenslauf und Nach-
weis der bisSherigen Tätigkeit auf dem vor-
- geſchriebenen Dienſtwege den Unterrichtsverwal-
tungen der Länder =-- in Preußen mir -- vor-
zulegen. |
Sie haben jedoch die Staatsprüfung für das
Lehramt an Ländlichen Berufsſchulen nach der
Ordnung der Staatsprüfung für das Lehramt an
Ländlichen Berufsſchulen vom 29. Juni 1938 ab-
zulegen.
2. Zur Ausbildung für das Lehramt an Länd-
lihen Berufsſchulen werden nur ſol zugelaſſen, die das 32. Lebensjahr no< nicht voll-
endet haben. Bis zum 1. April 1942 genehmige
ich: die Zulaſſung von Bewerbern bis zum
338. Lebensjahr.
Zu 8 2.
1, Zur Ausbildung nach 8 1 Ziffer 1 der Grund-
beſtimmungen ſind nur ſolhe Volts8j lehrer zuzulaſſen, die die zweite Lehrer-
prüfung mit Erfolg abgelegt haben. Die Staats-
prüfung für das Lehramt an Ländlichen Beruſfs3-
Ihulen gilt nicht als zweite Lehrerprüfſung. Die
Beurlaubung und Weiterzahlung der Dienſt-
bezüge der Volksſhullehrer während der Aus-
bildung als Ländlicher Berufsſchullehrer richtet
ſih na< meinem Erlaß vom 18. Februar 1939
-- EI1b 570/37 ZU a --,
2: Zur Ausbildung nach 8 1 Ziſſer 2 der Grund-
beſtimmungen werden zugelaſſet 3

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