Heft 4
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Nichtamtlicher Teil 39*
Praxis und Wiſſenſchaft
(Nichtamtlicher Teil)
Inhalt Seite
1. Das Schülerheim der höheren Schule. Von Oberregiexrungs3rat Dr. He >el, Reichöserziehungsminiſterium 39*
2. Bücher und Zeitſchriffn .. ....---..-..n nn
........»-».»...,-.-».»».»».».«.»».».».»»*»»..".*»» .. 44*
3. Verzeichnis der zur Beſprechung eingeſandten Bücher und Schriften „...-»-„»..»».»-.»».»»».»»»»» 47*

Das Schülerheim der höheren Scule.
Von Oberregierungörat Dr. Heel, Reichserziehung3miniſterium.
Die deutſ zuſammen mit den anderen Erziehungsträgern,
dem Elternhaus und der politiſchen Jugend-
orgamjation, den jungen Menſchen zu erziehen,
d. 9. ſeine Geſamtperſönlichfeit zu formen. Das
Erziehungs8ziel und die Wege zu ſeiner Ver-
wirklichung ſind in „Erziehung und Unterricht in
der höheren Schule“ gewieſen. Erziehungsziel
im Dritten Reich iſt für alle Erziehungsträger der
nationalſozialiſtiſche deutjche Menſch. Die Gleich-
heit des Zieles iſt geſihert zwiſ - Hitler-Jugend, in der Regel auch zwiſchen Schule
und Elternhaus.
Wenn das Kind während der Schulausbildung
nicht im Elternhaus verbleiben kann, weil die
Ausbildung am Wohnort der Eltern nicht möglich
iſt, weil ein Elternhaus ſehlt oder weil aus be-
ſonderen Gründen eine Erziehung außerhalb des
Elternhauſes gewünſcht wird, ſo Übernimmt das
Schülerheim oder die Privatpenſion einen Teil
der Erziehungsauſgaben des Elternhauſes. Dann
hat die Schule die Pflicht, durc< die Betreuung
dieſer Erſaßerziehung die Einheit der Erziehung
innerhalb und außerhalb der Schule zu ſichern.
Dies iſt in der Regel wirkſam möglich nur bei der
Heimerziehung, nicht bei der Unterbringung des
Kindes in einer Privatpenſion.
Der im amtlichen Teil dieſes Heſtes abgedruckte
Erlaß über das Schülerheim der höheren Schule
gibt dem ſelbſtverſtändlichen Grundſaß der Einheit
der Erziehung in Schule und Heim Ausdru> durch
die Feſtſtellung, daß die Leitung beider Erziehungs-
einrichtungen in einer Hand liegt, und daß des-
halb alle Schülerheime bei höheren Schulen der
verantwortlichen Leitung des Schulleiters unter-
ſtehen, mögen auch Schule und Heim verſchiedene
Träger haben. Damit wird nichts Neues ver-
fündet, jondern lediglich das ausdrücklich aus8-
geſprochen, was ſchon immer geltendes Schulrecht
war. Dieſer Rechts8zuſtand, der in verſchiedenen
Einzelerlaſſen, Saßungen und Heimordnungen
ſeinen Niederſchlag gefunden hatte, hat dazu
geführt, daß auch nach Inkrafttreten des Jugend-
wohlfahrtgejeße8 niemals beſtritten worden iſt,
daß die Schülerheime, die mit höheren Schulen
in Verbindung ſtehen, der Schulaufſicht unterſtehen.
Die erzieheriſche Einheit wird am ſeſteſten
Jein, wenn in Schule und Heim die gleichen Exr-
zieher tätig ſind. Dieſe Regel läßt ſich freilich
nicht immer rein durchführen. Eine Ausnahme iſt
3. B. dann gerechtfertigt, wenn im Jungenheim
eine Frau als Erzieherin eingeſchaltet werden ſoll.
Der beſonderen Regelung bedürfen auch die Fälle,
in denen ein Heim von Schülern mehrerer Schulen
beſucht wird.
Daß der ſelbſtverſtändlihe Grundſaß der
einheitlichen Leitung und Erziehung in Schule
und Heim Überhaupt noc< ausgeſprochen werden
mußte, iſt durc< den Umſtand bedingt, daß Schule
und Heim äußerlich vielfaeh nicht in der gleichen
Hand ſind. Während die älteren Heime, zumeiſt
zuſammen mit den Schulen entſtanden, mit ihnen
auc< organiſch verbunden geblieben ſind, haben es
mangelndes Verſtändnis ſür die Bedeutung des
Heimweſens8 und die ſchlechte Finanzlage von
Staat und Gemeinden verſchuldet, daß in den
lebten Jahrzehnten zahlreiche Heime von ſchul-
fremden Unterhaltsträgern begründet wurden, weil
die Schulträger ſelbſt nichts für das Heimweſen
taten. Eine tatkräftige Heimpolitik hat meiſt erſt
nach der Machtergreifung eingeſeßbt; ſie hat zwar
an der Tatſache zunächſt noc können, daß der förmliche Träger des Heims oft
nicht mit dem Träger der Schule identiſch iſt, ſie
hat aber die erzieheriſche Einheit von Schule und
Heim, von welcher der im amtlichen Teil ab-
gedrudte Erlaß fündet, wiederhergeſtellt.
Das politiſche Erziehungs8ziel des Schülerheims
verbietet fol ſozialiSmus direft oder indirekt widerſprechen.
Dazu gehören auch einſeitig konfeſſionelle Er-
ziehungsziele. Der NationalſozialiSmus kennt nur
den deutſchen Menſchen, nicht den katholiſchen
oder den evangeliſ Heimerziehung würde der Schulerziehung, die auf
den nationalſozialiſtiſchen Menſchen hin ausgerichtet
iſt, widerſprechen.
Aus der Erziehung3aufgabe de8 Heims folgt
ferner, daß es mehr ſein muß als ein bloßes Koſt-
und Schlafhaus. Es iſt eine Erziehungsſtätte.
Das macht ein gewiſſes Maß innerlicher und
äußerlicher Kultur notwendig und erfordert Ein-
richtungen, die über den Rahmen eines bloßen
Hotels für Jugendliche hinausgehen.
Die Notwendigfeit der Heime für die Exr-
ziehung der ſchulortsfremden Jugend wird ſchon

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