Heft 15

Nichtamtlicher Teil 177%
Stimmen aus Praxis und Wijſenſchaſt
(Nichtamtlicher Teil)
Inhalt | Site
1. Aufbau und Verwaltung de8 Landjahr3. Von Oberregierungs8rat Dr. Kaltenegger,
Reichöerziehungsminiſterium. . . . . ..
2. Bücher und Zeitſchriften... u...
3. Arbeit8woche für Muſik ..............
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Aufbau und Verwaltung des Landjahrs.
Von Oberregierungsrat Dr. Kaltenegger, Reichsöerziehungsminiſterium.
Das Landjahr wurde im Jahre 1934 durch
Reich8sminiſter Ruſt geſchaffen. Die deutſche
Wirtſchaft hatte ſich damals von den Schlägen,
die ſie während der Syſtemzeit erlitten hatte, noch
nicht erholt. Noch herrſchte vielfach Arbeitsloſigkeit,
die vor allem der Jugend ſeit Jahren die Möglich-
keit genommen hatte, fich in das Erwerbsleben
einzugliedern. Die Jugend der Großſtädte war
ohne Hoffnung, ſpäter einmal ihre Leiſtungs-
fähigkeit beweiſen zu können, ſie war in den Hinter-
höfen und Mietskaſernen der Großſtadt heran-
gewachſen in einem Elend, das in ihr fein Heimats-
gefühl und feine Bindung zum deutſchen Boden
aufkommen laſſen konnte. Dieſer Tatſache hatten
die Parteien des Syſtemſtaate8s entweder hilflos
gegenübergeſtanden oder ſie war von ihnen
geradezu begrüßt worden, weil ſie nur in einem
verelendeten Volk Exiſtenzmöglichkeiten finden
konnten. Der Nationalſozialiömus hat hier wie
auch auf anderen Gebieten den erkannten Schaden
durc der Straße und ihren zerſezenden Einſlüſſen weg-
genommen und hinaus auf das Land geführt
werden, mitten hinein in das deutſc den Lebenö8quell des deutſchen Volkes, damit ſie
- dort in der Gemeinſchaft eines Lagers und durch
Bauernarbeit im nationalſozialiſtiſchen Geiſt geſchult
und erzogen würde. Inſofern war das Landjahr
von Anbeginn an und iſt heute erſt recht nicht ein
Weg zur Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit, ſondern
in erſter Reihe die BVerwirklihung national-
ſozialiſtiſcher Erziehung8gedanken.
Die Begründung zum preußiſchen Landjahr-
geſeß ſagt über die Ziele des Landjahrs u. a.
folgendes:
„Die zufünftige innere und äußere Auzrichtung
des deutſchen Volkes in ſeiner Geſamthaltung auf
den nationalen SozialiSmus wird im weſentlichen
beſtimmt durch entſprechend zielgerichtete Jugend-
erziehung. E38 gilt, raſſiſch geeignete und erbbiologiſch
geſunde junge Menſchen aus ſie gefährdender Um-
welt herauszunehmen, ſie geiſtig wie körperlich
harmoniſc< durchzubildenden und bei national-
politiſcher Schulung zu freudiger und lebendiger
Einſabbereitſchaft für das Volks8ganze zu erziehen.
Während dieſer Aufgabe die Schule bisher
vorwiegend nur von der geiſtigen Seite, die Jugend-
führung außerhalb der Schule aber vorwiegend
von der körperlich-erziehlihen Seite her gerecht
wurde, gilt es, im Landjahr im entſcheidenden
Entwicklungsalter dieſe Einwirkungen zuſammen-
zuführen. Das-Landjahr-erfaßt die-Schulentlaſſenen
im 14, und 15. Lebensjahr. Durch zuchtvolle und
geiſtig wie körperlich in gleicher Weiſe vom
praktiſchen Leben und vom Volks8tum der Gegenwart
her beſtimmte Gemeinſchaftserziehung auf dem
Lande ſoll die politiſch und geſundheitlich ge-
fährdete Großſtadtjugend bei bäuerlicher und volks-
jportlicher Arbeit erſtarfen und zu kraftvollem
Kämpfertum des Dritten Reiches erzogen werden.
Dur ſolche Erziehung wird zugleich die Brücke
vom Arbeiter zum Bauern geſchlagen und die
Achtung des Städter3 vor der heimat- und natur-
gebundenen Landarbeit gewedt.“ |
Da3 preußiſche Landjahrgeſes wurde erlaſſen
unter dem 29. März 1934 (GS. S. 243) und das
Landjahr im gleichen Jahr erſtmals in Preußen
durchgeführt. Außer Preußen haben das Landjahr
noch eingeführt die Länder Sachſen durch Geſeß-
vom 2. Februar 1937 (Sächſ. GBl. S. 16), Braun-
ſchweig durch Geſeß vom 23. Mai 1936 (Braunſchw.
Geſ.- und VOSamml. S. 159), die Freie Hanſe-
ſtadt Bremen durch Geſeh vom 8. April. 1935.
(GBl. Nr. 24) und Württemberg. Ferner wurde
das Landjahr durc Verordnung vom 13. Juni
1935 (RGBl, 1 S, 579) für das Saarland ein-
geführt. Seit dieſem Jahr gibt es auch ein Landjahr
im Sudetengau.
Wie ſich aus BVorſtehendem ergibt, iſt das8
Landjahr heute noch eine Länderangelegenheit. Die
einzelnen Landjahrgeſeße gleichen ſich jedoch im
Wortlaut weitgehendſt. Auch die zu ihrer Aus-
geſtaltung erlaſſenen Anordnungen ſind von den
Ländern an die einſchlägigen preußiſchen Erlaſſe
angeglichen. Fragen, die das Landjahr in allen
Ländern einheitlich betreffen, werden nach all-

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