180* Nichtamtlicher Teil
holt, zuleßt unterm 27. April 1939 -- 1 1500/268 -,
ergänzt wurde und die notwendigen Anweiſungen
über die Bewirtſchaftung der zur BVerfügung
ſtehenden Mittel bei den Regierungen und in8-
beſondere in den Lagern bringt. Auf Einzelheiten
einzugehen würde zu weit führen. Es ſei nur
feſtgeſtellt, daß die Verwaltung des Landjahrs
tiroß der ſtarken anderweitigen Inanſpruchnahme
der Führer und obwohl in den Lagern keine be-
ſonderen und eigens vorgebildeten Verwaltungs-
führer zur Verfügung ſtehen, eine tadellos ſaubere
und vor allem auch ſehr ſparſame iſt.
Schließlich ſoll noc< einmal hingewieſen werden
auf die ſc vom 9. März 1939 --- 1. 1603/133 b --, die nicht
nur für die Erziehung, ſondern auc< vor allem
für die Verwaltungstätigkeit äußerſt wichtige Be-
ſtimmungen enthält. Sie bietet die Gewähr dafür,
daß die Geſundheit der Kinder unverſehrt erhalten
und gefördert wird. Die Geſundheitsvorſchrift
enthält zunächſt geſundheitliche Beſtimmungen für
die Auswahl und Entlaſſung der Jugendlichen.
Hier erſcheint beſonders bemerkensSwert, daß
ſämtlihe Kinder vor der Einberufung einer
Tuberkulinhautprobe unterzogen werden, um
etwaigen Tuberkuloſeverdacht jofort feſtſtellen und
gegebenenfalls die Einſchleppung der Tuberkuloſe
in die Lager verhindern zu können. Weiterhin iſt
verbindlich angeordnet worden, daß ſämtliche Kinder
gegen Diphtherie geimpft werden müſſen, eine
Beſtimmung, die angeſichts der großen Ausbreitung
dieſer Seuche ſehr wichtig iſt. Weiter regelt die
Geſundheitsvorſchrift die Geſundheitsführung in
ven Lagern (Ernährung, Abhärtung, Überwachung,
Körperpflege), die geſundheitlichen Anforderungen,
die an ein Lager zu ſtellen ſind, die Organiſation .
des Geſundheitsdienſtes (Lagerarzt, Feldſcher-
ausbildung, Krankenſtube), das Verhalten bei über-
tragbaren und ſonſtigen Krankheiten, die Unfall-
und Krankenverſorgung der Landjahrpflichtigen,
Beſtimmungen über Fahrten, Zeltlager uſw.
Zuſammenſaſſend kann heute, nachdem nunmehr
fünf Landjahre abgeſchloſſen ſind und das ſechſte
erfolgreich begonnen worden iſt, feſtgeſtellt werden,
daß das Landjahr die in es gejezten Erwartungen
vollauf erfüllt hat und daß es eine Erziehungs8-
einrichtung geworden iſt, die aus dem national-
ſozialiſtiſchen Deutſchland nicht mehr wegzudenken iſt.

Bücher und Zeitſ Organiſches Denken in Erziehung und Unterricht.
Von Dr. Walter Broſ<.
Selbſtverlag, Köln-Höhenberg.
Die Arbeit „Organiſches Denken in Erziehung
und Unterricht“ von Dr. W. Broſch hat mir vor-
gelegen und hat mich längere Zeit beſchäftigt.
Sie ſtellt an den Leſer höhere Anſprüche als das
geläufige pädagogiſche Tagesſchrifttum, bei dem wir
Aufſäzpen oder Büchern mit ähnlichen Titeln
häufiger begegnen. Dr. Broſch ſieht im Begriff
des Orgamſchen den Anſaß einer neuen Erziehungs-
wiſſenſchaft. Er durchdenkft ihn theoretiſch und
zieht praktiſche Folgerungen für die Geſtaltung
von Erziehung und- Unterricht. In einem erſten
Teil der Arbeit wird der Begriff des Organiſchen
philofophijg) gedeutet und beſtimmt, wobei
Dr. Broſch nachweiſt, wie ſehr organiſches Denken
dem deutſchen Geiſte entſpricht und wie er in
griechiſMer und deutſcher Philoſophie Ausdruck
geſunden hat. Dabei iſt viel weniger ein hiſtoriſcher
Abriß oder Längsſchnitt gegeben als vielmehr ein
jelbſtändiger Gedankenzug in der deutſchen Philo-
ſophie gegründet. In einem zweiten Teil iſt be-
ſchrieben, wie Erziehung als Gegebenheit und
Aufgabe ſich in organiſcher Auffaſſung darſtellt,
und in einem dritten Teile, wie die praktiſche
Schularbeit hiernach zu beſtimmen iſt.
Dr. Broſch erweiſt ſich in dieſer Arbeit als ein
Denker eigener Prägung, der gründliche philo-
jophiſMe Schulung mit der Kraft ſelbſtändiger
Geſtaltung verbindet. I< bin Überzeugt, daß er
Wichtiges zu ſagen hat und daß er auch denen,
die ihm nicht überall beipflichten, bedeutſame
Anregungen geben wird.
Saarbrücken. Oſterloh.
Auſbau einer Muſikſchule.
Von Ludwig Kelbeb.,
2., erweiterte Auflage. 1939.
Verlag Georg Kallmeyer.
28 Seiten.
Der Verfaſſer gibt in der vorliegenden Schrift
eine lebendige Zuſammenfaſſung von einigen
wichtigen Fragen aus dem Gebiet der neuen
Muſikerziehung, die in den lezten Jahren ſchon
mehrfach in Zeitſchriften Gegenſtand eingehender
Erörterungen geweſen ſind. Ausgehend von dem
Grundſas, daß im Mittelpunkt allen Muſizierens
das Singen ſtehen muß, weiſt er noch einmal
betont darauf hin, daß erſt vom lebendig geſungenen

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