- Heft 16
Nichtamtlicher Teil | 185*
Stimmen aus Praxis und Wiſſenſchaft
(Nichtamtlicher Teil)
Inhalt
1. Vom Ausbau der Meiſterſchulen des deutſchen Handwerks3 (I]). Von Dipl.-Jng. S. Federle, 35%
1
Seite
Miniſterialrat. . .. uu nrr rr nn eo ........ .....
2. Kolonien und Erzieher. Von Dr. Lothar Kühne.......... u uuiuieieir inno m 187*
3. Bücher und Zeitſchriftn .... u. oouuvinionooioioinininieneioir io ioiririeieirieiriri oro rn 190*
4. Verzeichnis der zur Beſprechung eingeſandten Bücher und Schriften... ........... 194*

Vom Ausbau der Meiſterſchulen des deutſchen Handwerks (11).
(Zum Erlaß E IVb 2453/39 über die Benennung von Verbindungsleuten an den Malerabteilungen
-=- Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. S. 439 ---.)
Von Dipl.-Ing. S. Federle, Miniſterialrat.
Die Meiſterſchulen des deutſchen Handwerks
ſind in ihrer Form und in ihrer Arbeit dem Ziel,
das durc< ihren Namen gekennzeichnet wird, ein
Stü> nähergerückt. Dies wurde u. a. auch von
der Führung. des Handwerks ſelbſt anerkannt. Zur
Kennzeichnung der eindeutig auf die Schaffung
eines hochwertigen--Meiſternahwuchſes aus-
gerichteten Arbeit der Meiſterſchulen des deutſchen
Handwerfs und der damit beſtehenden engen
Verbindung mit dem Handwerf hat der Herr
Reichshandwerk38meiſter ſich damit einverſtanden
erflärt, daß die vom Reichserziehung3miniſterium
anerkannten Meiſterſchulen des deutſ werks das Recht erhalten, auf ihren Brieſbögen
und amtlichen Scriftſtüken das Berufs8zeichen des
Reichsſtande8 des Handwerks zu führen.
Die Malerabteilungenan den Meiſter-
ſchulen, für die biSher der erſte reichöeinheitliche
Rahmenlehrplan ?) verbindlich gemacht worden iſt,
zeigen troß des großen Verlangens der Wirtjc nach Arbeitsfräften vollbeſebte Klaſjen.
Die Geſellen des Malerhandwerks haben den Sinn
der Meiſterſchulen erkannt und verſtehen die Not-
wendigkeit ihres Beſuch8 im eigenen Ausbildungs-
weg. Die Beſtrebungen des Reichsinnungs-
verbandes, durc<; die Meiſterprüfung nur wirklich
geeignete Geſellen mit entſprechender Allgemein-
bildung, . betriebswirtſchaftlichem Können und
handwerklich-tehniſchen und handwerklich-geſtalte-
riſchen Fähigkeiten al8 Meiſter in den Beruſ auf-
zunehmen, beginnen bereits ihre Früchte zu zeitigen
und damit zur wertmäßigen Hebung des Beruſs
beizutragen. Es zeigt ſich ſchon jebt, obgleich ſich
die Dinge no< vollkommen im Anfangsſtadium
befinden, daß der Weg, den der ReichSinnungs8-
verband des Malerhandwerk8 zur Erhöhung der
Leiſtung8ebene de8 Beruf8 gemeinſam mit dem
Reichserziehungsminiſterium beſchritten hat, zum
Erfolge führt. Beide Erziehungskräfte =- Schule
und Praxis -- arbeiten hierbei darauf hin, daß
1) Vgl. Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. 1938 S. 496
S. 201*,

und
in Zukunft alle Meiſter de8 Malerhandwerks8
auf allen Gebieten ihres Berufs ſo ausgebildet
ſind, daß ſie vom Kunden, vom Architekten und
von der Volks8gemeinſchaft als die beſten Fach-
leute in ihrem Arbeits8gebiet anerkannt, beſchäftigt
und bewertet werden. Bei einem Wettbewerb
des Reichzinnungsverband3 im vergangenen Jahr
zeigte es ſich, daß zur Erreichung hochwertiger
Leiſtungen im Malerhandwerk dex Beſuch einer
Meiſterſchule unerläßlich iſt. Bei dieſem Wett-
bewerb, bei dem ſec Alltag geſtellt waren, erhielten unter der rieſigen
Zahl der Teilnehmer aus dem ganzen Reichs8-
gebiet 18 junge Meiſter bzw. Geſellen einen Preis.
Sämtliche 18 waren, wie ſich nach der Bewertung
ergab, Abſolventen von Meiſterſchulen des deutſchen
Handwerks. Die Mindeſtanforderungen für den
neuen Meiſtertyp de8 Malers kennzeichnet der
Berufsſtand ſelbſt in den vom Reichswirtſchafts-
miniſter genehmigten fachlichen Vorſchriſten für
die Meiſterprüfung. Das Meiſterziel wird im
Malerhandwerk erreicht auf dem nicht leichten,
aber ſtolzen Weg Über die von den Handwerks3-
organiſationen kontrollierte Meiſterlehre mit ihren
Zwiſchenprüfungen zuſammen mit dem vom
Reichserziehungsminiſterium betreuten Berufsſchul-
unterricht der betreffenden Gemeinde; weiterhin
durch eine praktiſche Tätigkeit als Geſelle und
durch die vierſemeſtrige, von Staat und. Stadt
dem Malerhandwerk zur Verfügung geſtellte
Meiſterſchulausbildung, die gemäß eines Erlaſſes
des Herrn Reichswirtſchaft8miniſter8 bi8 zu zwei
Jahren voll auf die Geſellenzeit angerechnet wird.
Nur der Geſelle, dex die vom Berufe ſelbſt
geſte>dte Leiſtung8höhe (gleichgültig, ob mit oder
ohne Meiſterſchule) erreicht hat, wird in Zukunſt,
von der Meiſterprüfungskommiſſion zum Meiſter
ernannt werden.
In den Berufen des geſtaltenden Handwerks
laſſen ſich Normen für eine gute Leiſtung niemals
erſchöpfend in wort mäßigen Anordnungen
geben. Eine Bezeichnung wie 3. B. „Darſtellung


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