Heft 24

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Nihtamtlicher Teil 243*
Hraxis und Wiſſenſchaf?
(Nichtamtlicher Teil)
In Ha 1 € Seite
1. Angleichung der ofſimärkiſchen Staatsgewerbeſchulen des Maſchinenweſens an die Fngenieur-
ſchulen des Altreiches. Bon Studienrat Dipl.-Ing. Joſef Huber, Wien..........+... 243*
2. Merkblatt für die Erzieher der Bolksſchulen und der Oberſchulen für Fungen . . .....--» 245*

Angleichung der oſtmärkiſchen Staatsgewerbeſchulen des Maſchinenweſens
an die Ingenieurſchulen des Altreiches.
| Bon Studienrat Dipl.-Ing. Joſef Huber, Wien.
Das techniſt heute auf
ein Alter von 60 bis 70 Jahren zurü> und hat ſich hauptſächlich
unter ſtaatlider Führung ziemlich einheitlich entwi&kelt. Die
ſtaatlihen te einer Berufsſchule oder Berufsfac<ſchule hinausgeben, haben
bisSher die Bezeichnung „Staatsgewerbeſchulen“ geführt.?)
Auf dem Gebiete des Maſchinenweſens gehörten hierzu die
ſogenannten „Werkmeiſterſchulen“, die auf der Meiſterlehre
und Berufsſc denen lediglih die Hauptſchule, d. i. die Oberſtufe der ge-
hobenen VBolksſchule, zugrunde liegt.
Die Werkmeiſterſc Fachſchulen mit vollem Tagesunterri einiger Zeit an Beſuchermangel und werden wahrſcheinlich
im Wettbewerbe mit den JIngenieurſ können.
Die Höheren Abteilungen, deren Abſchluß-
prüfung bisher Reifeprüfung genannt wurde, hatten ſeit jeber
das gleiche Ausbildungsziel wie die Jngenieurſchulen des Alt-
reiches, d. h. ſie haben den Zwed, ſogenannte Fachſchul-
. ingenieure heranzubilden. Dieſes Ziel wird aber in der Oſt-
mark auf einem anderen Wege erreicht als im Altreich.
In Öſterreich gab es im Schuljahre 1937/38 20 einſchlägige
Höhere Abteilungen, und zwar:
7 Höhere Abteilungen für Maſchinenbau (2 in Wien und
je 1 in Mödling, Wiener Neuſtadt, Graz, Linz und
Klagenfurt),
1 Höhere Abteilung für Kraftfahrzeugbau in Mödling,
1 Höhere Abteilung für Fertigungstechnik und Betriebs-
wirtſchaft in Wien,
9 Höhere Abteilungen für Elektrotechnik bzw. Starkſtrom-
technik (3 in Wien und je 1 in Mödling, Graz, Linz,
Klagenfurt, Salzburg und Jnnsbrud),
2 Höhere Abteilungen für Fernmeldetechnik (je 1 in Wien
und Mödling).
Dieſe 20 Abteilungen verteilen ſim auf 10 Lehranſtalten.
Die meiſten Höheren Abteilungen umfaſſen 8 Semeſter;
nur jene der Staats-Lehr- und Berſuchsanſtalt am Techno-
logiſhen Gewerbemuſeum in Wien ſind zehnſemeſtrig ge-
gliedert. Das gleiche gilt auch für die Staats-Lehr- und Ber-
juchsanſtalt für 1) Der Name „Staatsgewerbeſchule“ wird mit Rüdſicht
darauf, daß gewerblihe Lehranſtalten verſchiedener Fach-
richtungen in vie.en Fällen vereinigt ſind, als Oberbezeichnung
bis auf weiteres beibehalten.
Zu Beginn des Schuljahres 1938/39 iſt der Zuſtrom von
Aufnahmswerbern zu den Höheren Abteilungen des Maſc< weſens derart angeſtiegen, daß eine größere Zahl von Parallel-
klaſſen und außerdem eine neue Staatsgewerbeſchule in Lunden-
burg (ehem. Südmähren) eröffnet werden mußten. Es ſind
dadurch nicht weniger als 16 erſte Klaſſen für Maſchinenbau
und Elektrotechnik neu hinzugekommen, die auc< im Schul-
jahre 1939/40 größtenteils wieder eröffnet worden ſind.
Neben dem ſtaatlichen te private tehniſ Altreich immer eine verhältnismäßig beſcheidene Rolle geſpielt.
Lediglich in Wien gab es zuletzt zwei niedere techniſche Privat-
ſchulen, die nunmehr von der Geſellſchaft für Arbeitstechnitk
unter Beteiligung der DAF. übernommen und vorläufig den
Höheren Abteilungen der Staatsgewerbeſchulen angeglichen
worden ſind, nachdem ihre Zuſammenziehung zu einer ein-
zigen Anſtalt erfolgt iſt.
Zwiſchen den techniſ jenen des Altreichs beſianden troß der gleichen Sieljetzung
erhebliche Unterſchiede in der Organiſation und in den Lehr-
plänen. Infolge der Eingliederung der Oſtmark in das Deutſche
Reich muß angeſtrebt werden, dieſe Unterſchiede möglichſt aus-
zugleihen. Durc für die einheitliche Ausrichtung der Fachſchulen für das Bau-
und Maſchinenweſen“ und durc< die Aufſtellung der einheit-
lichen fünf- bzw. vierſemeſtrigen Reichslehrpläne iſt ber zu
beſchreitende Weg klar vorgezeichnet.
Die bisherigen Unterſchiede ergeben ſim? aus folgender
Gegenüberſtellung:
Der Eintritt in die fünf- bzw. vierſemeſtrige Fngenieur-
ſchule des Altreichs erfolgt früheſtens mit dem 17. Lebens-
jahre, der Austritt alſo mit 19% bzw. 19 Lebensjahren. Bor-
bedingung für den Eintritt iſt der Nachweis einer mindeſiens
zweijährigen praktiſchen Tätigkeit und das Beſtehen der Aus-
leſeprüfung. Zn der Ingenieurſchule ſelbſt wird kein hand-
werklicher Unterricht erteilt.
An den Höheren Abteilungen der Staatsgewerbeſchulen
der Oſtmark erfolgt der Eintritt ohne Borpraxis unmittelbar
nach vollendeter Schulpflicht, d. bh. mit dem 14. Lebensjabre,
wobei die Ablegung einer Aufnahmsprüfung gefordert wird.
Der Austritt vollzieht ſich an den achtſemeſtrigen Abteilungen
mit 18 und an den zehnſemeſtrigen Abteilungen mit 19 Lebens-
jahren. Die zehnſemeſtrige Abteilung entſpricht alſo hinſichtlich
der geſamten Ausbildungsdauer und der Alterslage der Etu-
dierenden beſſer dem Zuſtande des Altreiches und iſt daher
als Idealfall anzuſehen. Die acht- bzw. zehnſemeſtrige Dauer

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